Ronny Wittenwiler
Das alte hatte ich in hohem Bogen weggeworfen. Und so steht bei uns im Hobbykeller seit einem halben Jahr ein Rudergerät neuster Technologie. Das ist so topmodern, man kann es sogar via Bluetooth mit dem eigenen Handy personalisieren lassen: Jedes Mal also, wenn ...
Ronny Wittenwiler
Das alte hatte ich in hohem Bogen weggeworfen. Und so steht bei uns im Hobbykeller seit einem halben Jahr ein Rudergerät neuster Technologie. Das ist so topmodern, man kann es sogar via Bluetooth mit dem eigenen Handy personalisieren lassen: Jedes Mal also, wenn wir mit aktiviertem Smartphone draufsitzen und losrudern, kumuliert es die individuellen Trainingsfortschritte vom letzten Mal. Der Clou: Es zeichnet so fortlaufend die fiktiv zurückgelegte Strecke auf einer natürlichen Wasserader auf.
Neues Jahr, neues Glück, denke ich mir und ziehe entschlossen meine Jogginghose an. Mir bleibt ehrlich gesagt auch keine andere Wahl, weil sich meine Jeans gerade in der chemischen Jahresreinigung von einem für uns beide aufregenden 2025 erholt. Und so stehe ich top motiviert und zu allem bereit im Trainingsanzug vor dem Brunch-Buffet der Dorfbäckerei, als mich ein Bekannter fragt: «Und, wie läuft es so mit dem Rudertraining?»
Ich so: «Ja, du mich auch.»
Gemäss Aufzeichnungsdaten unseres Wundergeräts befände sich Maus derzeit irgendwo in der Küstenregion am Golf von Mexiko. Ich dagegen bin nach einem guten Start auf den ersten sechzig Metern im Möhlinbach steckengeblieben. Und das erst noch auf ungefährer Höhe meiner Stamm-Beiz. Ein jeder braucht halt seinen Heimathafen. witte@nfz.ch