Das Ensemble CanTonale überzeugte in der Stadtkirche St. Johann
Die gut 20 Sängerinnen und Sänger des Ensembles CanTonale gaben am Sonntagabend ein hochprofessionelles und ergreifendes Konzert in der Laufenburger Stadtkirche St. Johann.
Regula Laux
Das Ensemble ...
Das Ensemble CanTonale überzeugte in der Stadtkirche St. Johann
Die gut 20 Sängerinnen und Sänger des Ensembles CanTonale gaben am Sonntagabend ein hochprofessionelles und ergreifendes Konzert in der Laufenburger Stadtkirche St. Johann.
Regula Laux
Das Ensemble CanTonale kam auf Einladung des Kulturausschusses beider Laufenburg und im Rahmen der Kulturtage «Fliessende Grenzen» nach Laufenburg. «Trotz unterschiedlicher Weltanschauungen und religiöser Vorstellungen gibt es Schwingungen, denen sich niemand entziehen kann», erklärte Martin Breitenfeldt bei der Begrüssung des zahlreich erschienenen Publikums in der Stadtkirche St. Johann. «Ein Stück Resilienz, Trost und Freude», so kündigte der ehemalige Pfarrer und Mitglied des ehrenamtlich tätigen Kulturausschusses das Ensemble CanTonale mit seinem Programm «Ach, Herr, lass dein lieb Engelein» an. Und damit versprach er nicht zu viel. Die Sängerinnen und Sänger begeisterten unter der Leitung ihres Dirigenten Christoph Huld, Basel, vollends.
Komponisten und eine Komponistin
Die ausgewählten Stücke beschäftigten sich überwiegend mit dem Tod. Da waren zum einen Werke von Heinrich Schütz (1585–1673), der seine Ausbildung in Italien absolvierte und fast sein ganzes Leben als Kirchenmusiker in Dresden verbrachte, der, laut Dirigent Huld, «sehr wortnah denkend komponierte». Im Wechsel mit Schütz trug das Ensemble CanTonale Werke anderer Komponisten vor. Hier besonders erwähnenswert: «Komm süsser Tod», Zeilen eines unbekannten Autors, die von der englischen Komponistin Ethel Smyth (1858– 1944) musikalisch umgesetzt wurden. Christoph Huld erwähnte, dass es zu dieser Zeit für eine junge Frau sehr ungewöhnlich war, Komposition zu studieren. Die 19-jährige Ethel Smyth setzte sich durch, war jedoch vom ‹laschen› Leipziger Konservatorium so enttäuscht, dass sie Privatunterricht bei Heinrich von Herzogenberg nahm.
Der Abendsegen von Hermann Suter
Es wären hier noch einige Stücke erwähnenswert: Beispielsweise «Kyrie» von Frank Martin, «Bring us o Lord» von William Harris oder auch «Nunc dimitis» von Gustav Holst. Ganz besonders begeisterte aber die Zugabe des Ensembles Can-Tonale: «Der Abendsegen», für den sich die Sängerinnen und Sänger in der gesamten Kirche verteilten. Während der Dichter der Zeilen nicht bekannt ist, gilt dies für den Komponisten ganz und gar nicht: Hermann Suter (1870–1926), der in Laufenburg aufwuchs und später in Basel wirkte, komponierte die Musik. Und da waren sie wieder, die eingangs von Martin Breitenfeldt erwähnten «Schwingungen, denen sich niemand entziehen kann.»