Schweizer 4x100-Meter-Staffel verpasst Final knapp

  07.05.2026 Möhlin, Sport

Drei Tausendstel verhindern die direkte Qualifikation für die WM 2027

Für Leichtathletin Fabienne Hoenke vom LV Fricktal begann die Aussensaison mit einem ersten Höhepunkt: Sie startete am vergangenen Wochenende mit dem 4x100-Meter-Nationalteam an den World Relays in Gaborone, Botswana.

Das Team hatte die Aufgabe, sich einen direkten Startplatz für die Weltmeisterschaften 2027 in Peking zu sichern. Dazu war entweder eine Finalqualifikation nötig oder ansonsten einer der ersten beiden Plätze in der darauffolgenden Hoffnungsrunde. Keine einfache Aufgabe für das junge Team, welches aus den Routiniers Leonie Pointet und Celine Bürgi, sowie den beiden Newcomerinnen Fabienne Hoenke und Chloe Rabac bestand, welche beide ihren ersten Einsatz im Staffel-Nationalteam leisteten.

Hauchdünn am Final vorbei
In der ersten Qualifikationsrunde bekamen es die Schweizerinnen in der Aufstellung Rabac – Hoenke – Pointet – Bürgi in ihrer Serie mit den Teams aus Grossbritannien, Holland, Italien und China zu tun; alles starke Gegnerinnen. Im ausverkauften Nationalstadion von Botswana liefen die Schweizerinnen in 43,11 Sekunden ein starkes Rennen, und lagen nach ihrer Serie auf dem letzten der sogenannten Hot Seats, die auf eine Finalqualifikation über die Zeit hoffen durften. In der letzten Serie lief dann das Team von Portugal exakt die gleiche Zeit wie die Schweizerinnen, weswegen die Tausendstel über den Einzug in den Final entscheiden mussten. Und hier waren die Portugiesinnen um winzige drei Tausendstel schneller, weswegen sie sich den letzten Finalplatz sicherten und die Schweizerinnen in die Hoffnungsrunde verbannt wurden.

Und wieder musste der Zielfilm entscheiden
In dieser war die Ausgangslage brutal: Nur die besten zwei Teams in den beiden Serien konnten sich noch ein direktes Ticket für die WM 2027 sichern, und auch hier trafen die Schweizerinnen auf starke Konkurrenz: Wiederum Grossbritannien, welche am Vortag aufgrund eines Übergabefehlers disqualifiziert worden waren, dazu Australien und das Heimteam aus Botswana. Entsprechend frenetisch wurden die Läuferinnen von den heimischen Fans angefeuert. Die Schweizerinnen zeigten wiederum sehr gute Übergaben und bogen zusammen mit Australien als erste auf die Zielgerade ein. Die britische Schlussläuferin allerdings konnte im Endspurt den Rückstand noch aufholen, und warf sich zusammen mit der australischen und der Schweizer Schlussläuferin ins Ziel. Wieder musste der Zielfilm entscheiden! Und wieder entschied er zu Ungunsten der Schweiz: Australien gewann die Serie mit 42,88 Sekunden, zwei Hundertstel vor den Britinnen, und den Schweizerinnen, die mit 42,92 Sekunden ebenfalls eine Spitzenzeit aufstellten.

Damit hat sich das junge Schweizer Team auf der internationalen Bühne zwar beachtlich geschlagen, aber die direkte WM-Qualifikation verpasst. Nun muss es für die Schweizerinnen das Ziel sein, sich im kommenden Jahr einen der vier letzten offenen Startplätze zu sichern, die aufgrund der Bestenliste 2027 vergeben werden. Sie teilen damit das Schicksal mit den 4x400-Meter-Staffeln der Frauen und Männer, lediglich das Schweizer 4x100-Meter-Mixed-Quartett schaffte die Qualifikation für die WM 2027 direkt. (mgt)


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