Schon als Bub hat er gerne Häuser gezeichnet
09.09.2026 PersönlichSeinen Berufswunsch kannte Remo Vogel schon als kleiner Bub. Noch heute ist er fasziniert von der Architektur und dankbar, dass er das Unternehmen, das seine Eltern vor 50 Jahren aufgebaut haben, weiterführen darf.
Janine Tschopp
«Natürlich waren meine Eltern viel am Arbeiten. ...
Seinen Berufswunsch kannte Remo Vogel schon als kleiner Bub. Noch heute ist er fasziniert von der Architektur und dankbar, dass er das Unternehmen, das seine Eltern vor 50 Jahren aufgebaut haben, weiterführen darf.
Janine Tschopp
«Natürlich waren meine Eltern viel am Arbeiten. Auch am Familientisch wurde häufig diskutiert, was gerade im Geschäft läuft. Und ich spürte, dass sie viel Verantwortung tragen», erinnert sich Remo Vogel. Trotzdem war sein Berufswunsch immer klar. Schon als Bub hat er gerne Häuser gezeichnet und wusste immer, was er später gerne werden würde.
In seiner Kindheit war er gerne im Geschäft seiner Eltern. «Damals bestand das Team aus sieben Personen und es hat sich angefühlt wie in einer Familie. Alle haben noch von Hand gezeichnet», erinnert sich der Architekt. Er führt weiter aus: «Auch im ersten Jahr meines Studiums haben wir noch von Hand gezeichnet.»
«Der Ursprungsgedanke ist geblieben»
In den letzten Jahrzehnten hat sich in der Architektur einiges verändert. Von der Handzeichnung zum Digitalen. Vom Zweidimensionalen zu dreidimensionalen Modellen. Zudem hat sich regulatorisch viel verändert und die rechtlichen und technischen Vorgaben haben stark zugenommen. Als Beispiele nennt Remo Vogel Vorgaben zu Klimaschutz, Nachhaltigkeit, Sicherheit und vielem mehr. «Die Bedürfnisse sind viel komplexer geworden.»
Der ursprüngliche Gedanke der Architektur habe sich jedoch nicht verändert. «Es geht darum, alle Bedürfnisse zusammenzubringen und ein gutes Werk entstehen zu lassen.» Remo Vogel ist nach wie vor fasziniert von seinem Beruf. «Es ist der beste Job, den man haben kann», strahlt er. Die Zusammenarbeit im Team, mit Kunden, Unternehmen, Behörden und dass man gemeinsam etwas gestalten kann, das schliesslich alle Bedürfnisse – sowohl von den Nutzerinnen und Nutzern, als auch vom Markt – erfüllt, gefällt ihm sehr gut. Das Beständige, die Komplexität und die Nachhaltigkeit, was seinen Beruf auszeichnet, faszinieren ihn.
Schon viel gereist
Remo Vogel ist in früheren Jahren viel gereist. «Ich war in einigen Ländern, die man heute nicht mehr so unbekümmert bereisen könnte. Israel, Palästina, Kuba, Libanon, Jordanien, Taiwan …» Natürlich haben ihn die Gebäude interessiert, aber auch die Menschen, die Kultur und das Soziale. «Einmal reiste ich mit dem Rucksack rund um Jamaica. Das ist aber schon ewig her.» Als Mensch, der das Glas immer halbvoll sieht, hatte er bisher nie Mühe, sich unbekannten Situationen auszusetzen. «Auf Reisen macht man Erfahrungen, die einem niemand mehr nehmen kann.»
Da er heute Kinder im schulpflichtigen Alter hat, beschränken sich seine Reisen hauptsächlich auf die Sommer- und Weihnachtsferien. Im Sommer geniesst er mit seiner Familie Zeit auf dem Meer und im Winter im Schnee.
Bezug zu Rheinfelden
Obschon er seit elf Jahren in Basel lebt, ist sein Bezug zu Rheinfelden noch immer sehr gross. «Ich bin ja jeden Tag hier», schmunzelt er. Zudem hat er in Rheinfelden 20 wichtige Jahre seines Lebens verbracht. Auch heute noch pflegt er langjährige Freundschaften, teilweise aus seiner Kindheit. Zudem hat er als Architekt auch einen Bezug zu vielen Gebäuden in Rheinfelden. «Es erfüllt mich mit Ehrfurcht, wenn ich Häuser sehe, die wir mitbeeinflussen durften.»
In Basel, wo er sich in den letzten Jahren ebenfalls ein Netzwerk aufgebaut hat, fühlt sich der 46-Jährige auch sehr wohl. Sein Zuhause ist ihm wichtig. «Es ist meine Wohlfühloase», sagt er und legt dort im baulichen Bereich gerne selber Hand an.
Nach seinen Reisen ist er immer wieder gerne in die Schweiz zurückgekehrt. «Wir sind privilegiert hier, und alles funktioniert», sagt er. Er schätzt die Verlässlichkeit, die wir in der Schweiz in allen Belangen geniessen dürfen. «Manchmal vergisst man, wie schön wir es haben. Auch dass wir uns in unserem Land so sicher bewegen können, ist nicht selbstverständlich. Dazu müssen wir Sorge tragen.»
Relevant bleiben
Gefragt nach seinen Wünschen für die Zukunft sagt Remo Vogel. «Wir müssen auf unsere Welt und auf uns als Gesellschaft achten und überlegen, was jeder dazu beitragen kann. Mehr Miteinander, mehr Toleranz, mehr Demut und mehr Freude an dem, was man hat … Es geht uns hier wirklich gut und wir dürfen zufrieden sein.»
Remo Vogel selber ist zufrieden, das wird im Gespräch mit ihm deutlich. Er ist dankbar dafür, «von innen genug Energie zu haben, um den Alltag zu bewältigen». Zufrieden ist er auch, dass er vor 15 Jahren in das Familienunternehmen eingestiegen ist und vor zehn Jahren die Geschäftsführung übernehmen durfte. Zudem fühlt er sich von seinem Team getragen und unterstützt.
Das Unternehmen, das sich im Laufe der letzten 50 Jahre aus einem Planungsbüro zu einem Architektur- und Immobilienunternehmen entwickelt hat, beschäftigt heute 35 Personen. Seine Rede anlässlich der 50-Jahr-Feier der Vogel Architekten schloss er vor wenigen Wochen mit den Worten, dass er stolz sei, das Erbe seiner Eltern weiterzutragen und entschlossen, dies in die Zukunft zu führen (die NFZ berichtete). Was ist ihm dabei wichtig? «Wichtig ist, mit offenen Augen und Ohren durch die Welt zu gehen und immer wieder Strategien zu entwickeln, dass wir als Unternehmen relevant bleiben.»
Remo Vogel ist dipl. Architekt ETH und absolvierte berufsbegleitend den Executive Master of Business Administration (EMBA) an der HSG. Er engagiert sich als Präsident des FSAI (Verband freierwerbender Schweizer Architekten) und ist Mitglied beim SIA (Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein).

