Regelmässig wird die historische Holzbrücke zwischen Stein und Bad Säckingen baulich untersucht. Bei der letzten Prüfung wurden auf deutscher Seite beim ersten Brückenfeld Schäden festgestellt, die Auswirkungen auf die Tragfähigkeit haben.
Eine provisorische Sicherungsmassnahme ...
Regelmässig wird die historische Holzbrücke zwischen Stein und Bad Säckingen baulich untersucht. Bei der letzten Prüfung wurden auf deutscher Seite beim ersten Brückenfeld Schäden festgestellt, die Auswirkungen auf die Tragfähigkeit haben.
Eine provisorische Sicherungsmassnahme wurde bereits umgesetzt.
Susanne Hörth
Die Holzbrücke, die das schweizerische Stein mit dem deutschen Bad Säckingen verbindet, ist nicht nur ein Wahrzeichen der beiden Rhein-Anliegergemeinden, sondern auch ein beliebtes Ausflugsziel. Für Einheimische wie auch Auswärtige. Das hat wahrscheinlich weniger damit zu tun, dass sie mit ihren 203,7 Metern die längste, gedeckte Holzbrücke Europas ist, als vielmehr mit dem Charme der historischen Holzkonstruktion sowie der idyllischen Umgebung beidseits des Rheins. Seit der Inbetriebnahme der westlich gelegenen Fridolinsbrücke im Jahre 1979 ist die Holzbrücke für den motorisierten Verkehr gesperrt und zu einer reinen Fuss- und Veloverbindung zwischen den beiden Ländern geworden. Wobei beim Fahrrad zurzeit eine Einschränkung gilt. Bereits am slowUp Hochrhein vor wenigen Wochen hiess es auf deutscher Brückenseite, von den Fahrrädern abzusteigen und diese an der abgesperrten Fahrbahn vorbeizuschieben.
Schäden festgestellt
Auf Nachfrage der NFZ erklärt Luisa Abend von der Stadtverwaltung Bad Säckingen: «Im Zuge einer routinemässigen Bauwerksprüfung wurden im ersten Brückenfeld der Holzbrücke Schäden festgestellt, die Auswirkungen auf die Tragfähigkeit des Bauwerks haben.» Weiter führt sie aus: «Um die Verkehrssicherheit weiterhin gewährleisten zu können, musste die zulässige Nutzlast in diesem Bereich reduziert werden, weshalb die Teilsperrung im ersten Feld eingerichtet wurde.»
Zur Stabilisierung der betroffenen Schadstellen habe die Stadt zudem baulich eine provisorische Sicherungsmassnahme umgesetzt. «Die Arbeiten dienten der zusätzlichen Absicherung des Bauwerks und tragen dazu bei, die sichere Nutzung der Brücke aufrechtzuerhalten.» Die bestehende halbseitige Sperrung müsse dennoch bestehen bleiben. Die Untersuchung der weiteren Brückenfelder sei derzeit noch nicht abgeschlossen, so Luisa Abend. «Parallel dazu erarbeitet die Stadt ein endgültiges Sanierungskonzept für das erste Brückenfeld.» Auf die finanziellen Auswirkungen angesprochen, führt sie an, dass zunächst die Ergebnisse der laufenden Untersuchungen abgewartet werden müssen. «Deshalb können gegenwärtig noch keine belastbaren Aussagen zu den voraussichtlichen Kosten oder zum zeitlichen Rahmen einer möglichen Sanierung getroffen werden.» Die Stadt steht bei den weiteren Schritten in engem Austausch mit den beteiligten Fachstellen. «Über neue Erkenntnisse und die weitere Entwicklung des Projekts wird die Öffentlichkeit fortlaufend informiert.»
In ihrer langen Geschichte, eine erstmalige urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 1272, standen bei der Holzbrücke nicht nur immer wieder Sanierungen an. Durch Kriege und Hochwasser wurde sie auch mehrfach komplett zerstört und immer wieder neu aufgebaut.
Die gedeckte Brücke zwischen Stein und Bad Säckingen gehört auch zur Liste der Kulturgüter von nationaler Bedeutung im Kanton Aargau. Damit dieses Kulturgut auch weiterhin als beliebter Fussund Veloweg genutzt werden kann, laufen nun die Abklärungen in Bad Säckingen für mögliche weitere Sanierungen.