Der Zustand des mittleren der drei Schulhäuser beschäftigt in Gipf-Oberfrick schon einige Zeit. Gegen eine Neubauvariante hat sich der Gemeinderat aus Kostengründen entschieden. Stattdessen soll das fast 70-jährige Gebäude saniert und geringfügig aufgestockt ...
Der Zustand des mittleren der drei Schulhäuser beschäftigt in Gipf-Oberfrick schon einige Zeit. Gegen eine Neubauvariante hat sich der Gemeinderat aus Kostengründen entschieden. Stattdessen soll das fast 70-jährige Gebäude saniert und geringfügig aufgestockt werden.
Susanne Hörth
Das 1959 erbaute Mittlere Schulhaus in Gipf-Oberfrick weist seit längerem einen erheblichen Sanierungsbedarf auf. Zu einer umfassenden Erneuerung gehören unter anderem Massnahmen gegen aufsteigende Feuchtigkeit, die energetische Sanierung der Gebäudehülle, der Einbau einer Photovoltaikanlage, behindertengerechte Anpassungen, die Erneuerung der WC-Anlagen sowie der Haustechnik und sämtlicher Oberflächen.
Auf Basis einer von einer Arbeitsgruppe erstellten Massnahmenliste beauftragte der Gemeinderat im November 2024 das Architekturbüro Tschudin Urech Bolt AG (TUB) mit einer Machbarkeitsstudie mit Prüfung dreier Varianten: eine Sanierung ohne zusätzlichen Raumgewinn, eine Sanierung mit Erweiterung sowie als dritte Möglichkeit den vollständigen Abbruch und Neubau eines Schulhauses.
Die Zustandsuntersuchung zeigt, dass das Gebäude altersbedingt verschiedene bauliche Mängel aufweist, die auf den damaligen Baustandard zurückzuführen sind. Zwar beeinträchtigen sie die Tragstruktur nicht wesentlich, dennoch besteht Handlungsbedarf. Insgesamt kommt die Studie zum Schluss, dass die baulichen und statischen Defizite mit vertretbarem Aufwand behoben werden können.
Die Varianten mit Grobkostenschätzung
Eine Sanierung innerhalb der bestehenden Gebäudehülle, mit kompletter energetischer Sanierung, mit einem Lift und einer PV-Anlage, aber ohne zusätzlichen Raum beläuft sich laut Angaben auf 4,6 Millionen Franken. Mit einer leichten Aufstockung erhöht sich diese Summe auf zirka 5 Millionen Franken.
Mehr als doppelt so viel, rund 11,5 Millionen Franken, würde der Abriss mit nachfolgendem vollständigem Neubau eines zeitgemässen Schulhauses zu Buche schlagen.
Für den Gipf-Oberfricker Gemeinderat steht fest, dass ein Neubau zwar sämtliche Mängel beseitigen und langfristig optimale Bedingungen schaffen würde, die Kosten jedoch mehr als doppelt so hoch wären als bei der Sanierungsvariante mit Raumgewinn. Aus Behördensicht rechtfertigt dieser finanzielle Mehraufwand den Abbruch nicht. Zudem bleibe durch eine Sanierung das bestehende Ensemble der drei verbundenen Schulhäuser weitgehend erhalten. Daher hat der Gemeinderat die Weiterverfolgung der Variante mit Sanierung und geringfügiger Aufstockung beschlossen.
Wie Gemeindeschreiber Urs Treier erklärt, läuft zurzeit das Planerwahlverfahren. Anschliessend werde das Bauprojekt ausgearbeitet. «Der Kredit für die Sanierung soll der Gemeindeversammlung im November 2027 vorgelegt werden.» Bei Zustimmung folgt 2028 die Detailplanung, bevor die Bauarbeiten in den Jahren 2029 und 2030 vorgesehen sind.