Jetzt sind sie schon wieder vorbei, die schönen Ferien. Kaum ist man zurück bei der Arbeit, beginnt der mentale Jetlag. Der Körper sitzt zwar brav am Schreibtisch, aber der Geist fläzt noch im Liegestuhl und diskutiert mit einer Lachmöwe, die aussieht, als ob sie Marianne ...
Jetzt sind sie schon wieder vorbei, die schönen Ferien. Kaum ist man zurück bei der Arbeit, beginnt der mentale Jetlag. Der Körper sitzt zwar brav am Schreibtisch, aber der Geist fläzt noch im Liegestuhl und diskutiert mit einer Lachmöwe, die aussieht, als ob sie Marianne hiesse, über den Sinn des Lebens. Die Tastatur unter den Fingern fühlt sich widernatürlich an, der Bildschirm blendet wie die Mittagssonne in Marrakesch – und der Kaffee schmeckt nicht nach Süden, sondern nach sauren Leberli. Zu allem Übel setzt der Chef morgens um 8 Uhr eine Sitzung an, dabei wären wir alle lieber beim Beachball am Meer.
Und die Kollegen, die lieben Kollegen. Die sind alle so – wie soll man sagen – effizient. Das ist sowieso eine Saumode heutzutage, dass alle immer so effizient sein müssen. Während ich noch versuche, mich an das Passwort fürs Firmenkonto zu erinnern (so viel sei verraten: Es ist nicht «Sommerfrische für immer»), jonglieren andere schon mit Fakten, Fakten, Fakten. Ich nicke verständnisvoll, obwohl ich das Rauschen der Wellen noch im Ohr habe.
Aber es dauert in der Regel höchstens drei Monate, dann ist die postferiale Depression vorbei – und wird vom Winterblues abgelöst. So long, Marianne.
DER SALZSTREUER
salzstreuer@nfz.ch