Keine Gemeinde will ein Provinzkaff sein, dabei kann das durchaus zum Vorteil gereichen. «Die Mitarbeiter im ländlichen Raum, die sind klasse. Ich würde nie eine Firma in einer Grossstadt aufbauen», sagte kürzlich der Chef der weltweit tätigen Tunnelbohr-Firma ...
Keine Gemeinde will ein Provinzkaff sein, dabei kann das durchaus zum Vorteil gereichen. «Die Mitarbeiter im ländlichen Raum, die sind klasse. Ich würde nie eine Firma in einer Grossstadt aufbauen», sagte kürzlich der Chef der weltweit tätigen Tunnelbohr-Firma Herrenknecht in einem Interview. Sein Unternehmen ist in der deutschen Provinz beheimatet – darüber ist er sehr glücklich. Die Bodenständigkeit und der starke Zusammenhalt seien ein echter Standortvorteil. Wenn er seine Firma nicht in Süddeutschland aufgebaut hätte, dann wahrscheinlich in der Schweiz, die sieht er nämlich deutlich positiver als Deutschland. «Die Arbeitskosten sind für uns in Deutschland höher als in der Schweiz. Wegen der Sozialausgaben, der Ferientage, des hohen Krankenstands.» Die Schweizerinnen und Schweizer seien nicht häufiger krank, obwohl sie 40 Stunden arbeiten und weniger Ferien haben. «Das ist alles eine Sache der Mentalität.»
Apropos Mentalität: Wenn Fricktaler Gemeindevertreter wieder einmal unter Minderwertigkeitskomplexen leiden, weil sie aus der Provinz und nicht aus der coolen City kommen, dann ist das unnötig. Stattdessen Brust raus und laut gerufen: «Die Provinz bringt’s». Wer es drei Mal wiederholt, beginnt es zu glauben.
DER SALZSTREUER
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