Das hört man auch nicht alle Tage – vor allem nicht von einem Politiker, der noch bei Sinnen zu sein scheint: «Wir wollen nicht noch mehr Steuereinnahmen.» Vielleicht müssen wir hier zur Erklärung anfügen, dass dieses Zitat von Heinz Tännler stammt. Er ist ...
Das hört man auch nicht alle Tage – vor allem nicht von einem Politiker, der noch bei Sinnen zu sein scheint: «Wir wollen nicht noch mehr Steuereinnahmen.» Vielleicht müssen wir hier zur Erklärung anfügen, dass dieses Zitat von Heinz Tännler stammt. Er ist Finanzdirektor des Kantons Zug. Als solcher hat er es nicht leicht, denn er wird geradezu mit Geld zugeschüttet; also nicht er persönlich, aber die Kantonskasse.
Zug weiss deswegen mittlerweile schon fast nicht mehr, wohin mit dem Zaster. Die Krankenkassenprämien hat der Kanton bereits massiv gesenkt (wir haben an dieser Stelle schon einmal darüber gestaunt) und die Kitas werden grosszügig unterstützt – trotzdem schwimmt Zug dermassen im Geld, dass sie damit ihren See zuschütten könnten. Das wollen sie natürlich nicht, stattdessen übernimmt der Kanton die stationären Spitalbehandlungen seiner Bevölkerung zu 99 Prozent – und dies während zwei Jahren. Mit anderen Worten: Wer einen Monat lang im Spital liegt, zahlt weniger, als wenn er in Zug die überrissenen Mietpreise für eine normale Drei-Zimmer-Wohnung bezahlen müsste. Verglichen mit den Zugern sind sogar die reichen Kaiseraugster arme Schlucker.
DER SALZSTREUER
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