Was für ein schöner neuer Begriff: Kürzlich hat ein Professor für Volkswirtschaft in einem Interview von der «Luxemburgisierung der Schweiz» gesprochen. Was könnte das bedeuten? Es gibt verschiedene Vermutungen: Werden Fondue und Raclette immer mehr von Luxemburgerlis aus der Confiserie ...
Was für ein schöner neuer Begriff: Kürzlich hat ein Professor für Volkswirtschaft in einem Interview von der «Luxemburgisierung der Schweiz» gesprochen. Was könnte das bedeuten? Es gibt verschiedene Vermutungen: Werden Fondue und Raclette immer mehr von Luxemburgerlis aus der Confiserie abgelöst? So etwas denken nur Naschkatzen und Zuckerjunkies. Oder verwandelt sich die Schweiz wie Luxemburg in ein Grossherzogtum mit Karin Keller-Sutter als Monarchin? Wohl kaum.
Die Realität ist banaler: In Luxemburg arbeitet die einheimische Bevölkerung vorwiegend beim Staat und verwaltet in gutbezahlten Stellen den Wohlstand. Dieser wird zu einem grossen Teil von Ausländern erwirtschaftet. In der Schweiz bewegen wir uns in die gleiche Richtung: Hier stammen bereits 30 bis 40 Prozent der Ingenieure und Ärzte aus dem Ausland, während die Staatsstellen zu 90 Prozent mit Schweizerinnen und Schweizern besetzt sind. Deswegen spricht der Professor von der «Luxemburgisierung der Schweiz».
Ob diese Entwicklung bedenklich ist, soll jeder für sich selbst entscheiden. Wir hier arbeiten jedenfalls seit Jahren an der «Fricktalisierung des Aargaus». Bislang mit durchschlagendem Misserfolg.
DER SALZSTREUER
salzstreuer@nfz.ch