«Stirbt die Mundart aus?», hat kürzlich eine Gratiszeitung gefragt, die mittlerweile selber gestorben ist, respektive eingestellt wurde. Offenbar verwenden Jugendliche und junge Erwachsene immer seltener Mundart-Begriffe. Sie reden also nicht mehr vom Zmorge, sondern vom ...
«Stirbt die Mundart aus?», hat kürzlich eine Gratiszeitung gefragt, die mittlerweile selber gestorben ist, respektive eingestellt wurde. Offenbar verwenden Jugendliche und junge Erwachsene immer seltener Mundart-Begriffe. Sie reden also nicht mehr vom Zmorge, sondern vom Frühstück. Statt Rüebli essen sie eine Karotte – oder sie schlürfen gleich einen Energydrink, das geht einfacher respektive ringer.
Es wäre indes äusserst bedauerlich, wenn die Mundart – unsere kraftvolle und bildhafte Sprache – immer mehr an den Rand gedrängt würde. Was ist spucken, wenn man speuzen sagen kann? Schnusig tönt zweifelsohne niedlicher als niedlich und Büsi herziger als Katze. Natürlich ist auch ein Purzelbaum toll – und wir sind froh, wenn die Kinder noch einen schlagen können. Aber das ist doch nichts im Vergleich zu einem Heubürzel, damit läuft es gleich runder. Das gleiche gilt für die Gigampfi, die hat deutlich mehr Schwung als eine standartsprachliche Wippe. Doch zurück zum Ernst des Lebens: Die Anstrengung der Arbeit hören wir viel besser heraus, wenn wir von Büez reden. Vor allem, wenn wir dabei tifig sind oder gar jufle.
Aber wir wollen hier nicht jammern, sondern lieber ein bisschen klöne und danach wieder gigele. In diesem Sinne: schöne Hinecht.
DER SALZSTREUER
salzstreuer@nfz.ch