Das hat gerade noch gefehlt: Die Deutsche Bahn verbietet seit Mitte Oktober an allen Bahnhöfen den Konsum von Alkohol. Ob dies hilft, die vielen Verspätungen und Zugausfälle zu reduzieren, darf bezweifelt werden, denn besoffene Lokführer waren selten der Grund für die ...
Das hat gerade noch gefehlt: Die Deutsche Bahn verbietet seit Mitte Oktober an allen Bahnhöfen den Konsum von Alkohol. Ob dies hilft, die vielen Verspätungen und Zugausfälle zu reduzieren, darf bezweifelt werden, denn besoffene Lokführer waren selten der Grund für die vielen eisenbahntechnischen Unzulänglichkeiten.
Als Passagier darf man künftig also seinen Kummer über den Zug, der nicht kommt, nicht mehr im Alkohol ertränken. Das dürfte die deutschen Brauereien hart treffen, denn das Bier auf dem verwaisten Perron war für manchen Bahnfahrer der einzige Trost für die verlorenen Stunden. Kommt erschwerend hinzu, dass Kiffen als Alternative ebenfalls wegfällt. Zwar ist der Konsum von Cannabis in Deutschland grundsätzlich erlaubt, aber nicht in den Bahnhöfen. Dies lässt die Hausordnung der Deutschen Bahn ebenfalls nicht zu. Aber so ist es halt in Deutschland, dort wird auf jedes Problem gerne mit einem Verbot reagiert. In der Schweiz ziehen wir dann in ein paar Jahren nach.
Bleibt den Passagieren der Deutschen Bahn also nichts anderes übrig, als bei Verspätungen das Nervenkostüm mit Baldriantropfen zu beruhigen. Die sind – soweit wir wissen – vorerst weiterhin erlaubt.
DER SALZSTREUER
salzstreuer@nfz.ch