Ärztliche Selbstdispensation bleibt verboten
22.10.2026 RheinfeldenBericht aus dem Grossen Rat von Larissa Gautschi-Stocker, Grossrätin SVP, Rheinfelden
An der Sitzung des Aargauer Grossen Rates vom Dienstag standen die Gesundheitsversorgung, die Spitalfinanzierung und weitere kantonale Geschäfte im Zentrum. Auch Themen mit Bezug zum Fricktal wurden ...
Bericht aus dem Grossen Rat von Larissa Gautschi-Stocker, Grossrätin SVP, Rheinfelden
An der Sitzung des Aargauer Grossen Rates vom Dienstag standen die Gesundheitsversorgung, die Spitalfinanzierung und weitere kantonale Geschäfte im Zentrum. Auch Themen mit Bezug zum Fricktal wurden behandelt. Der Grosse Rat lehnte die Motion zur Einführung der ärztlichen Selbstdispensation mit 78 zu 44 Stimmen ab. Haus- und Kinderärzte dürfen Medikamente damit weiterhin grundsätzlich nicht direkt in der Praxis verkaufen. Gerade im ländlichen Raum ist eine gute medizinische Grundversorgung wichtig. Neben den Hausarztpraxen leisten auch Apotheken einen wichtigen Beitrag. Sie beraten zur richtigen Anwendung, Dosierung und Verträglichkeit von Medikamenten. Eine gute Zusammenarbeit zwischen den Gesundheitsberufen bleibt zentral.
Möglicher Rettungsschirm für Spitäler
Ein weiteres wichtiges Geschäft betraf die finanzielle Zukunft der Spitäler. Der Grosse Rat stimmte einem möglichen Rettungsschirm für systemrelevante Spitäler in erster Lesung deutlich zu. Unter bestimmten Voraussetzungen soll der Kanton künftig finanzielle Unterstützung leisten können, wenn ein für die Versorgung wichtiges Spital in eine existenzbedrohende Lage gerät. Eine verlässliche Spitalversorgung ist unverzichtbar. Gleichzeitig müssen staatliche Hilfen an klare Bedingungen geknüpft sein. Der sorgfältige Umgang mit Steuergeldern und eine transparente Prüfung der finanziellen Folgen bleiben entscheidend. Das Gesetzgebungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen.
Pflegekosten als Herausforderung
Die steigenden Pflegekosten belasten zunehmend die Gemeinden. Gefragt sind langfristig tragfähige Lösungen, klare Zuständigkeiten und eine finanzierbare Versorgung älterer und pflegebedürftiger Menschen. Eine blosse Verschiebung der Kosten zwischen Kanton und Gemeinden löst die grundlegenden Herausforderungen nicht.
Zivilstandsämter und Berufsbildung
Die Zivilstandskreise Leuggern und Zurzach werden zum neuen Zivilstandskreis Zurzibiet zusammengeführt. Damit soll die Organisation vereinfacht und die personelle Verfügbarkeit langfristig gesichert werden. Auch zusätzlicher Schul- und Sportraum für die Berufsfachschule Gesundheit und Soziales (BFGS) in Oberentfelden war Thema. Dafür stand ein Kredit von rund 19,5 Millionen Franken zur Diskussion. Die Entwicklung ist auch für das Fricktal von Interesse, insbesondere im Hinblick auf den bisherigen Standort Rheinfelden und die regionale Verteilung der Ausbildungsangebote.
Der Grosse Rat behandelte zudem Vorstösse zur Senkung der Flächenstandards für Kantonsschulen, um Baukosten zu reduzieren, sowie zur Verbesserung der Lüftung im Grossratsgebäude.
Die Sitzung zeigte die Vielfalt kantonaler Aufgaben. Ob Gesundheit, Pf lege, Bildung oder öffentliche Dienstleistungen, es braucht vernünftige Lösungen, klare Prioritäten und einen verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeldern. Die Versorgung der Bevölkerung muss langfristig gesichert werden, ohne die finanziellen Möglichkeiten des Kantons und der Gemeinden aus den Augen zu verlieren.
KOMMENTAR
Kürzere Voten
Die Arbeit im Grossen Rat ist abwechslungsreich, anspruchsvoll und bietet spannende Einblicke in die kantonale Politik. Inzwischen habe ich mich gut eingelebt und bin im Ratsbetrieb angekommen. Die verschiedenen Themen und die Diskussionen zeigen, wie vielfältig die Aufgaben des Kantons sind und wie wichtig es ist, die Anliegen der Bevölkerung einzubringen.
Einen Wunsch hätte ich allerdings für die Zukunft, manche Rednerinnen und Redner dürften sich durchaus kürzer fassen und ihre Voten stärker auf das Wesentliche konzentrieren. Wenn sich alle auf die entscheidenden Argumente beschränken, könnten die Sitzungen speditiver verlaufen. Das würde Zeit sparen und dazu beitragen, dass sich der Rat noch effizienter mit den anstehenden Geschäften befassen kann.
LARISSA GAUTSCHI-STOCKER, RHEINFELDEN

