Herbstveranstaltung des HEV Fricktal
Renovationen bei Liegenschaften mit Stockwerkeigentum sind nicht selten mit grösseren Schwierigkeiten verbunden. da die Miteigentümer oft unterschiedliche Interessen und finanzielle Möglichkeiten haben.
An der kürzlich ...
Herbstveranstaltung des HEV Fricktal
Renovationen bei Liegenschaften mit Stockwerkeigentum sind nicht selten mit grösseren Schwierigkeiten verbunden. da die Miteigentümer oft unterschiedliche Interessen und finanzielle Möglichkeiten haben.
An der kürzlich durchgeführten Herbstveranstaltung durfte der Hauseigentümerverein Fricktal (HEV) im Feldschlösschen die Rekordzahl von über 170 Teilnehmern zu einem interessanten Vortrag über die Renovation von Stockwerkeigentum empfangen. Im Fricktal nimmt die Zahl der Besitzer von Eigentumswohnungen zu: Seien es junge Menschen, die zum ersten Mal in den eigenen vier Wänden wohnen oder Hausbesitzer, die auf das Alter hin ihr Haus verkaufen und sich stattdessen eine Wohnung anschaffen.
Bei vielen dieser zum Teil älteren Mehrfamilienhäuser werden grössere Sanierungen nötig. Dabei müssen die Miteigentümer gemeinsam entscheiden, was sinnvoll ist und wieviel sie investieren wollen oder können. Wie man diese Renovierungen langfristig planen und die dafür notwendigen Beiträge der Miteigentümer budgetieren sollte, hat der Referent Micha Noser von der Qualicasa AG, eindrücklich aufgezeigt. Bei grossen Arbeiten an Dach, Fassade, Fenstern oder haustechnischen Anlagen lassen sich die technischen Fragen meist gut klären. Grössere Schwierigkeiten birgt der Weg zum gemeinsamen Beschluss und zur Finanzierung, da die Miteigentümer oft unterschiedliche Interessen und finanzielle Möglichkeiten haben. Ein Werterhaltungsplan schafft dafür eine gute Grundlage. Er zeigt den Zustand der gemeinschaftlichen Bauteile, macht künftige Sanierungszeitpunkte sowie Kosten sichtbar und hilft, Massnahmen zu bündeln. Daraus ergibt sich auch, wieviel Geld die MiteigentümerInnen jedes Jahr in den Erneuerungsfonds einzahlen müssten. Zur Frage, wie hoch diese Beiträge sein sollten, gibt es keine allgemein gültige Antwort. Zu gross sind die Unterschiede bei Alter und Zustand der Liegenschaft, Bauweise, bereits ausgeführten Erneuerungen und schon vorhandenen Rückstellungen. Die notwendige Transparenz und Sicherheit für Eigentümer und Verwaltung kann jedoch ein Werterhaltungsplan schaffen. Ein nachvollziehbarer und gut begründeter Zahlungsplan hilft zudem, gegenüber den Steuerbehörden die Höhe der absetzbaren Einlagen zu rechtfertigen. Aktuell werden die gesetzlichen Bestimmungen zum Stockwerkeigentum überarbeitet. Der HEV Fricktal wird seine Mitglieder auch zukünftig über die diesbezügliche Entwicklung auf dem Laufenden halten. Wie stark das Thema die Wohneigentümer bewegt, zeigten die lebhaften Diskussionen beim anschliessenden Imbiss. (mgt/nfz)