Mit drei Fördermassnahmen will die Stadt Rheinfelden den Bau von preisgünstigem Wohnraum fördern. Der Stadtrat sieht vor allem bei gemeindeeigenem Land viel Potenzial.
Valentin Zumsteg
Günstige Mieten und Wohnungen sind in Rheinfelden seit Jahren ein Dauerthema. Jetzt will die ...
Mit drei Fördermassnahmen will die Stadt Rheinfelden den Bau von preisgünstigem Wohnraum fördern. Der Stadtrat sieht vor allem bei gemeindeeigenem Land viel Potenzial.
Valentin Zumsteg
Günstige Mieten und Wohnungen sind in Rheinfelden seit Jahren ein Dauerthema. Jetzt will die Stadt Nägel mit Köpfen machen. «Die Stadt verfügt heute über eigene Baugebiete mit hohem Potenzial für preisgünstigen Wohnraum. Dies bietet ihr Gestaltungsraum bei der Umsetzung der Wohnraumstrategie», heisst es im Zusammenhang mit der laufenden Nutzungsplan-Revision.
Mindestquoten in Bauzonen
Im Rahmen dieser neuen Nutzungsplanung sind drei konkrete Massnahmen geplant. «Bei jedem Ansatz gilt: Preisgünstiger Wohnraum muss jeweils realisiert und dauerhaft gesichert werden», betont die Stadt. Die erste Massnahme sieht Mindestquoten in einzelnen Bauzonen vor: «In den Entwicklungsgebieten Engerfeld, Kloosfeld und Weiherfeld West bieten mindestens 30 Prozent der gesamten für das Wohnen beanspruchten anrechenbaren Geschossfläche preisgünstigen Wohnraum.»
Als zweite Massnahme sind Mehrausnutzungen bei Gestaltungsplänen vorgesehen: «Bei Gestaltungsplänen erhöht der Gemeinderat die zulässige Ausnützung um weitere 10 Prozent, wenn 30 Prozent der anrechenbaren Wohnnutzung preisgünstiger Wohnraum sind.» Die dritte Fördermassnahme steht im Kontext von sogenannten Mehrwertverträgen. Wenn Land durch eine Umzonung wertvoller wird, muss der Eigentümer dafür eine Abgabe leisten: «Im Rahmen von Mehrwertverträgen kann preisgünstiger Wohnraum an die Mehrwertabgabe angerechnet werden.»
Mit diesen Schritten, die im Rahmen der Mitwirkung bei der Nutzungsplan-Revision debattiert werden können, will der Stadtrat das planerische Fundament für günstigeres Wohnen legen.
Der Gegenvorschlag wird umgesetzt
Die Wohnraumstrategie der Stadt geht zurück auf die Initiative «Für mehr bezahlbaren Wohnraum in Rheinfelden» von 2024. Die Bevölkerung lehnte diese Initiative anlässlich einer Gemeindeversammlung im Juni 2025 zwar ab, stimmte aber dem Gegenvorschlag des Stadtrats zu. Dieser sieht vor, dass der Stadtrat im Rahmen der laufenden Revision der Nutzungsplanung Anreize für die Schaffung von günstigem Wohnraum prüft. Mit der Wohnraumstrategie und den Bestimmungen in der Nutzungsplanung soll dies nun umgesetzt werden.
Interessant in diesem Zusammenhang: Die Marktmieten in Rheinfelden liegen im Durchschnitt unter jenen in der Region. Dies geht aus der Grundlagenanalyse zum «Wohnungsmarkt Rhei n felden» her vor, welche «Fahrländer Partner Raumentwicklung» im Auftrag der Stadt erstellt hat und die an jener Gemeindeversammlung im Juni 2025 präsentiert wurde.
Für Diskussionsstoff dürfte auf jeden Fall gesorgt sein.