«Rheinfelden hat eine tiefe Leerstandsquote»
27.10.2026 RheinfeldenHerbstversammlung der Rheinfelder Detaillistenvereinigung
Auch wenn der Detailhandel und die Gastronomie teilweise zu kämpfen haben, konnte die Leerstandsquote in der Rheinfelder Altstadt laut der City-Managerin deutlich gesenkt werden.
Valentin Zumsteg
Das laufende Jahr ...
Herbstversammlung der Rheinfelder Detaillistenvereinigung
Auch wenn der Detailhandel und die Gastronomie teilweise zu kämpfen haben, konnte die Leerstandsquote in der Rheinfelder Altstadt laut der City-Managerin deutlich gesenkt werden.
Valentin Zumsteg
Das laufende Jahr war für einige Betriebe in der Rheinfelder Altstadt nicht leicht. Der heisse Sommer hielt die Konsumentinnen und Konsumenten teilweise davon ab, das Städtchen zu besuchen und dort einzukaufen oder einzukehren. Trotzdem konnte die City-Managerin an der Herbstversammlung der Detaillistenorganisation Pro Altstadt am Donnerstagabend mit ermutigenden Zahlen aufwarten: «In diesem Jahr gab es sechs Neueröffnungen von Geschäften; Dienstleistungsbetriebe nicht mitgezählt», erklärte Corinne Caracuta. Diesen Neueröffnungen stehen in der Regel aber etwa gleich viele Schliessungen gegenüber. «Wenn kleinere Verkaufsflächen frei werden, sind sie schnell wieder mit neuen Geschäften besetzt», so Caracuta.
Sechs Leerstände
Aktuell zählt sie sechs Leerstände, zwei davon seien «strategisch relevant». Damit meint sie das Restaurant Feldschlösschen am Rhein, das seit gut einem Jahr leer steht, sowie das Hotel Schiff, das diese Woche schliesst.
«Seit 2021 konnten die Leerstände um 60 Prozent reduziert werden», schilderte Caracuta. Damals gab es gemäss der City-Managerin 15 leerstehende Geschäftsflächen. Die Leerstandsquote beziffert sie aktuell auf 4,3 Prozent, dies bei rund 140 Betrieben in der Altstadt. «Das ist eine tiefe Leerstandsquote; tiefer als in vergleichbaren Innenstädten in Deutschland», sagte Caracuta. Für kleine Schweizer Städte, die mit Rheinfelden verglichen werden können, fehlten teilweise die Daten.
Frequenzdaten besser nutzen
Wie sich in der Rheinfelder Marktgasse die Passantenfrequenz entwickelt, lässt die Stadt seit Oktober 2023 messen. Beim Hotel Schiff sowie beim Rathaus sind dafür drei Laserscanner montiert worden. Diese Daten stehen öffentlich zur Verfügung. Aline Sophie Strecker, die Design Management studierte, hat sich in ihrer Bachelor-Arbeit mit der Frage befasst, wie die einzelnen Betriebe diese Daten für sich nutzen können. Die junge Rheinfelderin stellte die Erkenntnisse ihrer Studie am Donnerstagabend in einem Impulsreferat unter dem Titel «Frequenzdaten durch Detailhandel und Gastro sinnvoll nutzen» der Versammlung vor. «Die Frequenzdaten sind für Ladenbesitzerinnen und -besitzer nicht relevant und sie passen nicht zu deren Fragen», stellte sie fest. Sie regte an, diese Daten in eine App einfliessen zu lassen und durch anonymisierte Angaben aus den einzelnen Geschäften zu ergänzen. Dazu sollten die Ladeninhaber jeden Tag drei Zahlen eingeben: Anzahl Besuche im Geschäft, Anzahl Verkäufe und Umsatz. Dadurch ergäbe sich ein aussagekräftigeres Bild der Entwicklung. Ihre Ideen konnte die 25-Jährige bereits dem CEO der Firma Hystreet vorstellen, welche die Frequenzdaten in Rheinfelden und vielen anderen Städten misst. Nicht auszuschliessen, dass ihr Konzept künftig umgesetzt wird und das Angebot von Hystreet ergänzt. «Wir würden dieses Projekt begrüssen», erklärte Pro Altstadt-Präsident Marco Veronesi im Namen des Vorstands. Voraussetzung sei, dass die einzelnen Geschäfte bereit seien, ihre anonymisierten Daten zu teilen.
Viel geplant in der Weihnachtszeit
Für den Detailhandel stehen bald die intensivsten Wochen des Jahres vor der Tür. Wie in den Vorjahren plant Rheinfelden viele Aktivitäten in der Advents- und Weihnachtszeit, die am 27. November mit dem Weihnachtsfunkeln und dem Besuch des Feldschlösschen-Sechs-Spänners offiziell eingeläutet wird. Der Lichterzauber, der im Stadtpark, im Städtchen und beim Inseli für eine besondere Atmosphäre sorgt, soll viele Leute nach Rheinfelden locken, ebenso die Kutschenfahrten, Konzerte und die zahlreichen weiteren Attraktionen. Dazu meinte Marco Veronesi: «Es macht Freude, wie hier zusammengearbeitet wird.»

