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26.02.2026 FrickHinter der Polizei Oberes Fricktal liegt ein intensives Jahr
Die Polizei Oberes Fricktal verzeichnete 2025 erneut eine höhere Arbeitsbelastung: Die Einsätze nahmen um 5,5 Prozent zu, unter anderem durch mehr Fälle häusliche Gewalt. Ein positives Fazit, trotz zusätzlicher Arbeitsbelastung, wird aus der Unterstützung für die Regionalpolizei Unteres Fricktal gezogen.
Susanne Hörth
Wie gut die Zusammenarbeit über die Bezirksgrenze hinaus funktioniert, und wie personelle Engpässe gemeinsam gemeistert werden können, hat das Korps der Polizei Oberes Fricktal (POF) im vergangenen Jahr deutlich bewiesen. Mit insgesamt 2184 Stunden unterstützte es die Kolleginnen und Kollegen der Regionalpolizei Unteres Fricktal. Die Unterstützungsleistungen wurden per 1. September 2025 beendet, da der Personalbestand der Regionalpolizei Unteres Fricktal zu diesem Zeitpunkt wieder aufgebaut werden konnte. «Die schwierige Situation haben wir gemeinsam gemeistert», sagte Werner Bertschi, Chef der Polizei Oberes Fricktal. In seinem Vorwort zum Jahresbericht 2025 führt er zudem aus: «Die enge Zusammenarbeit innerhalb der Region hat sich nicht nur in der Krisenbewältigung bewährt, sondern hinterlässt ihre Spuren in den aktuellen Patrouillenkonzepten beider Polizeikorps. Das Patrouillen konzept Fricktal ist ein sichtbarer Ausdruck der Verbundenheit und trägt dazu bei, dass wir unsere personellen Mittel zielgerichtet und effizient einsetzen.»
3000er-Marke überschritten
Der zusätzliche Effort sowie überdurchschnittlich viele Wechsel im eigenen Team machten 2025 für die Polizei Oberes Fricktal zu einem herausfordernden Jahr. Das betonte neben Werner Bertschi auch Daniel Suter, Präsident des Führungsausschusses, an der Medienkonferenz von Dienstag. Erstmals, so Bertschi, der zusammen mit Vizepolizeichef Daniel Meier über ein intensives, arbeitsreiches und zugleich spannendes Jahr berichtete, wurde die Marke von 3000 bearbeiteten und abgeschlossenen Fällen überschritten. Die 3053 Fälle entsprechen einer Zunahme von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Nach wie vor sehr hoch ist mit 41 Prozent – «gefordert werden 30 Prozent», so Daniel Suter – die uniformierte Präsenz in den Gemeinden. Dass sie mit rund 11 000 Stunden vier Prozent tiefer liegt als im Vorjahr, hängt u. a. mit den Zusatzleistungen für die Regionalpolizei Unteres Fricktal zusammen.
Häusliche Gewalt
Konnte 2024 mit 65 Fällen im Vergleich zu 2023 (95 Fälle) ein erfreulicher Rückgang der häuslichen Gewalt vermeldet werden, so hielt diese Entwicklung nicht an. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl mit 94 Fällen wieder deutlich an. «Es gilt jedoch zu beachten, dass hier auch Fälle aus dem unteren Fricktal enthalten sind», betonte Werner Bertschi. Er hob hervor, wie wichtig in diesem Bereich die Zusammenarbeit und der Austausch aller involvierter Fachstellen seien. Diese enge Vernetzung könne entscheidend zu einer Verbesserung der Situation beitragen. Sorge bereitet auch die deutliche Zunahme der Einbrüche, insbesondere im Wohnbereich. Mit 88 solchen Delikten musste sich die Polizei im Jahr 2024 befassen, 2025 waren es bereits 157.
Zu schnell unterwegs
162 Geschwindigkeitskontrollen – insbesondere mit dem mobilen Messsystem – führte die Polizei Oberes Fricktal im vergangenen Jahr durch. Bei 1,45 Millionen gemessenen Fahrzeugen fuhren 24 257 zu schnell. Im Bereich Strassenverkehr lag ein weiterer Schwerpunkt bei der Sicherheit an kritischen Fussgängerübergängen. Bei entsprechenden Kontrollen wurden 56 Fahrzeuglenkende wegen «Nichtgewähren des Vortritts am Fussgängerstreifen» und 82 Fahrzeuglenkende wegen «Telefonierens während der Fahrt» gebüsst. Ein grosses Gewicht legt die Polizei Oberes Fricktal weiterhin auf die Verkehrsinstruktion und die Jugendprävention an den Schulen. Themen wie Cybermobbing, Gewalt, Betäubungsmittel oder Diebstahl direkt mit den Jugendlichen zu diskutieren, ist für das Polizei-Team ein wichtiger Bestandteil der präventiven Arbeit. «Wenn wir durch Aufklärungsarbeit ein Delikt verhindern können, haben wir sehr viel erreicht», so Werner Bertschi.

