Als Anwohner in unmittelbarer Nähe zum Bau am Rehweg, bin ich Zeuge einer Entwicklung, die an die Vergangenheit erinnert – und zwar ohne je von archäologischen Funden gelesen zu haben. Es scheint, als hätte die Vergangenheit in Sisseln eine unerwartete Renaissance erlebt ...
Als Anwohner in unmittelbarer Nähe zum Bau am Rehweg, bin ich Zeuge einer Entwicklung, die an die Vergangenheit erinnert – und zwar ohne je von archäologischen Funden gelesen zu haben. Es scheint, als hätte die Vergangenheit in Sisseln eine unerwartete Renaissance erlebt – und zwar direkt vor unserer Haustür. Die Bauherrschaft, die Ortsbürger, hat dank der grosszügigen Unterstützung der Einwohnergemeinde – unter anderem einem Kredit mit unüblich tiefem Zinssatz aus unseren Steuergeldern, ohne die Stimmbürger zu fragen, versteht sich – ein Projekt realisiert, das an die Lebensbedingungen unserer Vorfahren erinnert. Die Wohnungen? Nun, sie erinnern eher an Höhlenwohnungen als an moderne Behausungen. Wenig Tageslicht, schlauchartige Konzeptionen – perfekt für all jene, die sich nach dem gemütlichen Dunkel und der Enge einer ursprünglichen Behausung sehnen! Und das Ganze am Waldrand, als wäre es ein modernes Denkmal für die Betonästhetik – ein architektonisches Relikt der Bürgergemeinde, das selbst die hartgesottensten Höhlenmenschen vor Neid erblassen lassen würde.
Ich lade die Einwohnerinnen und Einwohner von Sisseln herzlich ein, sich selbst ein Bild von diesem «Prachtsbau» zu machen. Begutachten Sie ihn in voller Grösse und beurteilen Sie selbst, ob er tatsächlich ins Ortsbild passt. Und fragen Sie sich dabei, ob die Einwohnergemeinde mit diesem Projekt wirklich im Sinne der Sissler Bevölkerung gehandelt hat. Es ist bedauerlich, dass bei diesem Projekt offenbar wirtschaftliche Interessen Vorrang vor ästhetischen Aspekten und demokratischer Mitbestimmung hatten. Hoffentlich wird bei zukünftigen Bauvorhaben mehr Wert auf Transparenz, Bürgerbeteiligung und eine harmonische Integration in die Umgebung gelegt – oder zumindest auf etwas mehr Tageslicht.
THEODOR PULVER, SISSELN