Forschende und Studierende der ETH untersuchen beim Projekt «Radikal regionale Holznutzung», ob und wie eine konsequente Nutzung von regionalem Holz im Jurapark Aargau möglich und sinnvoll ist.
In den kommenden Monaten sollen Fragen mit regionalen Fachpersonen ...
Forschende und Studierende der ETH untersuchen beim Projekt «Radikal regionale Holznutzung», ob und wie eine konsequente Nutzung von regionalem Holz im Jurapark Aargau möglich und sinnvoll ist.
In den kommenden Monaten sollen Fragen mit regionalen Fachpersonen diskutiert und geklärt werden.
Petra Schumacher
Am Dienstag wurde das Forschungsvorhaben des Reallabors Jurapark Aargau in Kombination mit einer Betriebsführung bei der Firma Husner AG Holzbau in Frick vorgestellt und diskutiert. Eingeladen wurden zum Projektstart die interessierte Öffentlichkeit sowie Fachpersonen von Forstbetrieben, aus Holzhandwerk und Planung bis zur Forschung und Verwaltung. Rund 30 Personen waren der Ein ladung gefolgt. Die Wahl eines regionalen Holzbauunternehmens für den Projektstart war bewusst getroffen worden. «Die Zusammenarbeit von Region und Forschung auf Augenhöhe ist uns wichtig», so Philipp Lischer vom Reallabor Jurapark Aargau.
Bei der Betriebsführung erklärte Christian Reimann, Kompetenzleiter Zimmerei, Husner AG Holzbau, anschaulich an zahlreichen Beispielen, welche Rolle die Wiederverwertung von Holz als Baumaterial im Unternehmen spielt. Reimann zeigte dabei auch alle Herausforderungen auf, welche die Arbeit mit dem sogenannten Zweitklass-Holz mit sich bringt. So können Schrauben und Nägel in alten Balken schnell zur Überlegung führen, ob sich der Arbeitsaufwand lohnt und rechnet.
Experiment Reallabor
Die ETH-Forschenden vom Bereich Waldressourcen und Kreislaufwirtschaft machten in ihren Ausführungen deutlich, dass das als Realexperiment angelegte Projekt die regionale Holzverarbeitung und Holznutzung im Jurapark Aargau fördern und das entsprechende Bewusstsein für regionales Zweitklass-Holz stärken will. Aktuell wird das Potenzial von sogenanntem Zweitklass-Holz, also Holz mit geringerem kommerziellem Wert, wie Käferholz oder Altholz – in der Region nicht vollständig ausgeschöpft. Die Liste an Gründen dafür ist lang. Angefangen bei der Kundschaft, die astfreies Holz möchte über die Logistik mit zum Teil langen Transportwegen bis hin zur aufwändigen und mit wirtschaftlichen Unsicherheiten verbundenen Planung mit Zweitklass-Holz über lange Zeiträume.
Untersucht werden von den Forschenden in diesem Realexperiment Geschäftsmodelle einer nachhaltigen Wertschöpfungskette und deren Auswirkungen auf die Waldbewirtschaftung. Die Kick-off-Veranstaltung in Frick war dazu gedacht, einen ersten Kontakt von Forschenden zu Unternehmen, Fachpersonen und Institutionen aus der Region herzustellen. Erhofft wird in den kommenden Monaten der Auf bau eines Netzwerkes sowie eines intensiven Austausches von Forschung und Praxis. Ziel ist es, bestehende Geschäftsmodelle zu optimieren und Ansätze für neue Geschäftsmodelle zu finden, damit die Holzwirtschaft im Jurapark Aargau langfristig gefördert wird.