Im Grossen Rat wurde am Dienstag auch ein Vorstoss zur Prävention gegen häusliche Gewalt und ihre gesellschaftlichen Folgekosten eingereicht. Häusliche Gewalt ist kein Randphänomen. Sie trifft Frauen und Männer, Kinder und ganze Familien. Und sie verursacht neben ...
Im Grossen Rat wurde am Dienstag auch ein Vorstoss zur Prävention gegen häusliche Gewalt und ihre gesellschaftlichen Folgekosten eingereicht. Häusliche Gewalt ist kein Randphänomen. Sie trifft Frauen und Männer, Kinder und ganze Familien. Und sie verursacht neben unermesslichem menschlichem Leid auch erhebliche gesellschaftliche und finanzielle Folgekosten.
Der Vorstoss wurde vom Verein Gleichstellung Aargau von den Grossrätinnen Sabine Sutter-Suter (Mitte, Lenzburg) und Béa Bieber (GLP, Rheinfelden) eingereicht. Im Kanton Aargau kam es 2025 zu 2624 Polizeieinsätzen wegen häuslicher Gewalt. Der eingereichte Vorstoss verweist zudem auf 583 Strafanzeigen, 415 Wegweisungen sowie 45 Kontakt- oder Annäherungsverbote. Die Zahl der Personen, die der Anlaufstelle gegen häusliche Gewalt gemeldet wurden, stieg von 1030 im Jahr 2010 auf 6721 im Jahr 2025.
Die Interpellation verlangt, dass der Regierungsrat aufzeigt, wie sich häusliche Gewalt im Aargau in den vergangenen zehn Jahren entwickelt hat, wie wirksam die bestehenden Präventionsmassnahmen sind und welche finanziellen Mittel für Prävention, Opferhilfe, Frauenhaus, Täterarbeit und weitere Angebote eingesetzt werden. Gleichstellung Aargau möchte damit eine Diskussion anstossen, die über einzelne Budgetpositionen hinausgeht. Gewalt dürfe weder gegenüber Frauen noch gegenüber Männern toleriert oder bagatellisiert werden. (mgt/nfz)