«Päckli packen mit Massnahmen und Tempo 30»
24.04.2026 Steindiskutiert über Geschwindigkeitsanpassungen auf zwei Quartierstrassen
Das Aargauer Kantonsparlament hat im Juni 2025 entschieden, dass künftig jeweils das Volk über die Einführung von Tempo 30 auf Quartierstrassen bestimmen soll. Der Gemeinderat Stein setzt diesen ...
diskutiert über Geschwindigkeitsanpassungen auf zwei Quartierstrassen
Das Aargauer Kantonsparlament hat im Juni 2025 entschieden, dass künftig jeweils das Volk über die Einführung von Tempo 30 auf Quartierstrassen bestimmen soll. Der Gemeinderat Stein setzt diesen Entscheid in der Diskussion um Anpassungen in der Rüti- und Münchwilerstrasse um.
Petra Schumacher
Der Gemeinderat lud am Mittwoch zu einem Informationsanlass in den Saalbau ein. Zwei Punkte standen in den Traktanden. Die Verlegung der unteren Fahrradabstelle am Bahnhof Stein sowie Tempo 30 in der Rütistrasse und der Münchwilerstrasse. Der erste Punkt war schnell abgehandelt. Gemeindeammann Beat Käser gab bekannt, dass die Fahrradabstelle auf Ende 2028 verlegt werden muss. Um Ideen und Vorschläge aus der Gemeinde zu sammeln und bündeln, wird eine Arbeitsgruppe gebildet, in der sich jeder Interessierte einbringen kann. Der zweite Punkt, die Geschwindigkeitsanpassung und Sicherheitsmassnahmen auf den beiden Quartierstrassen waren das zentrale Thema. Der gut gefüllte Saalbau zeigte, dass die Problematik den Steinern wichtig ist.
Mitbestimmung
Beat Käser machte in seiner Einführungsrede direkt deutlich, dass der Abend gedacht war, Meinungen und Ideen von den Einwohnern abzuholen, um im Sinne der Bevölkerung Entscheidungen treffen zu können. «Wir haben von der Bevölkerung den Auftrag bekommen, uns um die beiden Strassensituationen zu kümmern. Wir wollen jetzt möglichst alle ins Boot holen, um eine passende Lösung zu finden. Das Ziel muss sein, an der Gemeindeversammlung im Juni Vorschläge zur Abstimmung bringen zu können.»
Analyse der Strassensituationen, Vorschläge und Diskussion
Der Gemeinderat hat das Architektur- und Planungsbüro Metron mit einer Situationsanalyse der Rütiund der Münchwilerstrasse beauftragt, die von Sylvie Thomann präsentiert wurde. Zugleich zeigte die Planerin Vorschläge für Verkehrssicherheitsmassnahmen der beiden Strassen mit einer Kostenschätzung auf. So könnte auf der Rütistrasse der Velostreifen bergwärts auf zwei Meter verbreitert, der Veloweg talwärts dagegen aufgehoben und die Signaletik mit einer durchgezogenen Linie sowie Roteinfärbung des Radstreifens an zwei unübersichtlichen Kurven ergänzt werden. Anpassungen zu einer Engstellung am Fussgängerüberweg Richtbrunneweg sowie an der Treppe, wo der der Wanderweg Fischingertal in die Rütistrasse mündet, sollen die Fussgänger besser schützen. Von der Zuhörerschaft kamen einige Nachfragen, zahlreiche Anmerkungen und Ergänzungen. Temporeduktion auf Tempo 30 war ein zentrales Anliegen der Anwesenden. «Für uns wäre es die einfachste Lösung, Schilder mit Tempo 30 aufzustellen, aber das greift nicht genug, wie es aus den Diskussionspunkten heraustönt. Ein Päckli mit Massnahmen und Tempo 30 packen, sehe ich als Lösung», so Beat Käser.
Auf der Münchwilerstrasse liegt eine andere Situation vor, da hier auch zwei Buslinien verkehren. Ein zentraler Punkt bei den vorgeschlagenen Massnahmen ist die Trennung vom bisherigen Fuss- und Veloweg. «Aus Erfahrung der letzten Jahre weiss man, dass Fussgänger und Velofahrer besser voneinander getrennt werden», erklärte Sylvie Thomann. «Wenn wir das Tempo auf der Strasse reduzieren, sind die Velos mit der Geschwindigkeit näher bei den Autos als an den Fussgängern». Ob Tempo 30 eine gute Lösung für die Münchwilerstrasse mit dem Busverkehr ist, konnte an diesem Abend nicht abschliessend geklärt werden. Gesammelt wurden alle Vorschläge und kommen bei der Gemeindeversammlung zur Abstimmung.

