Die FDP Bezirksparteien Rheinfelden und Laufenburg organisierten am Mittwochabend ein Wirtschaftstreffen im Hotel Schützen in Rheinfelden. Zentrales Thema war die Sicherheit.
Janine Tschopp
Über 50 Personen nahmen am Liberalen Wirtschaftstreffen in Rheinfelden teil. ...
Die FDP Bezirksparteien Rheinfelden und Laufenburg organisierten am Mittwochabend ein Wirtschaftstreffen im Hotel Schützen in Rheinfelden. Zentrales Thema war die Sicherheit.
Janine Tschopp
Über 50 Personen nahmen am Liberalen Wirtschaftstreffen in Rheinfelden teil. Organisiert wurde der Anlass, der das Thema Sicherheit im Kanton Aargau in den Fokus stellte, durch die FDP Bezirksparteien Rheinfelden und Laufenburg. Niklaus Leemann moderierte den Anlass und erklärte bei der Einführung, warum Sicherheit viel mit Wirtschaft zu tun habe. «Ohne Sicherheit keine Prosperität», sagte er und nannte als Beispiel unter anderem die Seidenstrasse. Damals habe es einen erleichterten Warenaustausch gegeben, weil die Händler auf eine gemeinsame Rechts- und Vertrauenskultur bauen konnten.
Organisierte Kriminalität – vieles im Dunkeln
Als Referenten eingeladen waren Michael Leupold, Aargauer Polizeikommandant, und der Aargauer Staatsanwalt Adrian Schulthess. Leupold sprach unter anderem über organisierte Kriminalität und betonte, dass es ein grosses Dunkelfeld gebe, was die Bekämpfung der Verbrechen erschwere. Die Fälle, welche in der Statistik erscheinen, seien lediglich die Spitze des Eisbergs. «Oftmals sind die Opfer unter Druck und erstatten keine Anzeige», betonte Leupold. Er zeigte ein paar europäische Beispiele organisierter Verbrechen, wie den Mord an einem Investigativjournalisten in den Niederlanden, die versuchte Entführung des Justizministers in Belgien oder der eskalierte Bandenkrieg in Schweden. «Die Schweiz sollte nach Europa schauen und noch mehr gegen organisierte Kriminalität tun», meinte Leupold.
Staatsanwalt Adrian Schulthess ging bei seinem Referat unter anderem auf Cyberkriminalität ein, welche in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Er erwähnte den Online-Anlagebetrug. Dabei versprechen Betrüger ihren Opfern durch gefälschte Webseiten hohe Renditen für Anlageformen und bringen sie dazu, Geld einzuzahlen. «Der Deliktsbetrag in der Schweiz betrug im vergangenen Jahr 236 Millionen Franken, im Kanton Aargau, 27,5 Millionen Franken», betonte Adrian Schulthess. Er ging auch auf «Money Mule» (Geldesel) ein. Dabei bieten Kriminelle ihren Opfern an, als ihre «Finanzagenten» zu fungieren, also ihr Konto für Transaktionen zur Verfügung zu stellen und mit wenig Aufwand viel Geld zu verdienen. Wer an solchen Geschäften mitwirkt, macht sich wegen Geldwäscherei strafbar. «Es ist unglaublich, wie viele Leute ihr Konto zur Verfügung stellen», meinte Schulthess und betonte, dass dies in jedem Fall bestraft werde, auch bei Leichtgläubigkeit.
Bei Cyberkriminalität sei es wichtig, Menschen und Unternehmen zu sensibilisieren. «Wir müssen aufklären», meinte Gaby Gerber, Präsidentin der FDP Bezirk Rheinfelden und Mitorganisatorin des Anlasses am Ende der Veranstaltung, und legte den Teilnehmenden unternemensinterne Schulungen der Kantonspolizei Aargau ans Herz.