Unter Federführung des Kulturvereins Stein wurden unter dem Titel «Stein anno dazumal» eine Ausstellung sowie drei Vorträge entwickelt, in deren Mittelpunkt Stein mit seinen Veränderungen und den Geschichten der dort lebenden Menschen steht.
Petra Schumacher
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Unter Federführung des Kulturvereins Stein wurden unter dem Titel «Stein anno dazumal» eine Ausstellung sowie drei Vorträge entwickelt, in deren Mittelpunkt Stein mit seinen Veränderungen und den Geschichten der dort lebenden Menschen steht.
Petra Schumacher
Aktuell wird mit dem Sisslerfeld viel über die Zukunft rund um Stein gesprochen. Doch wie sah das Dorf früher aus und welche Geschichten lassen sich von ihm erzählen? Der Blick zurück zieht viele Interessierte an: Das Foyer vom Saalbau war an der Vernissage bis auf den letzten Platz gefüllt. Sowohl Hansueli Bühler, Präsident des Kulturvereins Stein, als auch Gemeindeammann Beat Käser brachten es in ihren Reden auf den Punkt: «Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart meistern und die Zukunft planen.» Gewürdigt wurde von beiden Rednern die geleistete Arbeit, die in der Ausstellung «Stein im Bild» steckt. Fast zwei Jahre hat die Projektgruppe um Sabine Wunderlin, Walter Birri, Kurt Keller und Fritz Käser mit Unterstützung von Hansueli Bühler an der Präsentation der alten Dokumente gearbeitet.
«Stein im Bild»
«Das Sichten des umfangreichen Materials und die Entscheidung, was davon gezeigt werden soll, war das eine», erklärt Sabine Wunderlin. «Alle hundert Fotos und Postkarten mussten dann aber noch digitalisiert und vergrössert werden, da es früher meist nur kleinformatige Fotos und Karten gab.» In der Ausstellung geht es um Strassenansichten, Gebäude, Vereinsanlässe, wie die legendären Velorennen und natürlich um die Menschen, die im Dorf gelebt haben. Die älteste Ansichtskarte ist von 1897, das neueste Foto von 2026.
Luftbildaufnahmen zeigen zudem die Veränderungen von oben. Wie von Gemeindeammann Beat Käser vorhergesagt, war beim Ausstellungsrundgang dann vielfach zu hören: «Weisch no?», «Kennsch das Huus no?», «Oh jö, bisch das nid du?» Bei allen scheinbar nicht lösbaren Fragen erwies sich Walter Birri dann als zuverlässiger Auskunftsgeber.
«Rundgang durch das alte Stein»
Für den zweiten Teil des Abends nahmen gut 150 Personen in der oberen Etage des Saalbaus Platz. Fritz Käser lud die Anwesenden zum «Rundgang durch das alte Stein» ein. Bereits 2013 hatte der Nostalgiker mit Geschichtsinteresse, wie sich Käser selbst bezeichnet, einen Vortrag zur Dorfhistorie vor einem zahlreichen Publikum gehalten. «Die Resonanz auf meine Ausführungen war enorm», weiss Fritz Käser zu berichten. «Bis heute werden mir Fotos sowie alte Dokumente übermittelt und ich führe mit den Leuten Gespräche, weil mich die dazugehörigen Geschichten interessieren. So wechselten sich beim dargebotenen Rundgang Fotodokumentationen und Geschichten zu den Menschen, die das Dorf geprägt haben, ab.
Interessante Dorfchronik
«1903 hatte Stein nur sechshundert Einwohner, aber neun Restaurants», wusste Fritz Käser zu berichten, der weitere interessante Zahlen parat hatte: «1950 gab es 34 Landwirtschaftsbetriebe im Dorf und 1958, bei knapp eintausend Einwohnern, hatte es achtzehn Läden, eine Bank, zwei Ärzte, ein Kino sowie ein vielfältiges Vereinsleben und eine aktive Fasnacht.» Die Luftbildaufnahmen, die Käser aus dem Bildarchiv der ETH besorgen konnte, zeigen die umfangreichen Veränderungen, die insbesondere durch den Autobahnbau und die Ansiedlung der Chemieindustrie entstanden sind. Für das Erlebnis, das Fritz Käser am eindrücklichsten geblieben ist, gibt es kein Foto. Zum Glück kein Foto, mag man sagen. «Als es 1956 um die Planung des Rheinkraftwerks ging, wurden Bauoptionen diskutiert. Bei einer Variante wäre die alte Holzbrücke abgerissen worden. «Das Thema hat mich damals bis in den Schlaf verfolgt, und ich bin noch immer froh, dass es dieser Plan nicht umgesetzt wurde.» Zwischenbemerkungen und leise geführte Diskussionen während des Vortrags liessen spüren, wie interessiert die Zuhörerschaft an der Steiner Dorfchronik ist.
Stein anno dazumal
Die Ausstellung «Stein im Bild» ist an den nachfolgenden Anlässen geöffnet. Fritz Käsers «Rundgang durch das alte Stein» findet nochmals am 24.10., 15 Uhr, statt. «Steiner Geschichten und Anekdoten» sind am 30.10. um 20 Uhr zu hören. «Zwischen Stein, Bundeshaus und Puddingpalace» - Bildvortrag der Fotografin Sabine Wunderlin, am 07.11., 16.30 Uhr.