Natur-Erfolgsgeschichte im Wald

  06.11.2026 Aargau

Naturschutzprogramm Wald – Aargauer Pionierleistung

Vor 30 Jahren startete der Kanton Aargau das Naturschutzprogramm Wald und wurde damit zum Pionier des Waldnaturschutzes. Lebensräume und Artenvielfalt in den Aargauer Wäldern wurden zusammen mit den Waldeigentümern erfolgreich gefördert.

Die Abteilungen Wald, Landschaft und Gewässer des Kantons brachten Ende der 80er-Jahre ein Projekt ins Rollen, das die Grundlage für eine damals schweizweit noch einmalige Naturschutzpolitik im Wald schuf. Zwischen 1989 und 1994 wurden die Aargauer Waldflächen auf Herz und Nieren geprüft und die aus Sicht des Naturschutzes besonders wertvollen Flächen inventarisiert: seltene Waldstandorte, besondere Bestandesstrukturen wie Altholzbestände oder ehemalige Mittelwälder, Wälder mit Vorkommen seltener Arten oder Strukturelementen wie Tobeln, Rutschgebieten oder Weihern. Aufgrund dieser Kriterien landeten 20 Prozent der Aargauer Waldfläche in einem Waldnaturschutz-Inventar, dem sogenannten WNI. Damit konnte die Naturschutzära in den Aargauer Wäldern eingeläutet werden: weg vom alleinigen Fokus auf Holzvorrat und -nutzung oder auf den Schutz vor Naturkatastrophen, hin zu einem Wald als Ökosystem.

Die Bedeutung des Naturschutzprogramms Wald für den Kanton ist nicht zufällig: Im Aargau wächst auf einem Drittel der Kantonsfläche Wald – der Aargau ist ein Waldkanton. Der Aargauer Wald ist dabei nahe bei den Menschen: Er ist eng mit dem Siedlungsraum verzahnt und dadurch von fast überall her in wenigen Minuten erreichbar.

Wichtige Funktion für Mensch und Natur
Wald ist wichtig als Erholungsraum und für den Schutz von Personen und Infrastrukturen vor Naturgefahren, aber auch als Lebensraum für Tiere und Pflanzen sowie als Lieferant des nachwachsenden Rohstoffs Holz. Die Aargauer Waldpolitik trägt dieser Vielfalt an Funktionen Rechnung: Sie will den Wald als Lebensraum erhalten und aufwerten, das Holz nachhaltig nutzen und die Erholungs- und Freizeitaktivitäten lenken. Im Rahmen des Naturschutzprogramms Wald werden seit über 30 Jahren aus Sicht der Biodiversität wertvolle Waldflächen gesichert und aufgewertet. Dies geschieht in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den Waldeigentümerinnen und Waldeigentümern. Alle Forstbetriebe des Kantons haben in den letzten 30 Jahren Projekte zur Förderung der Biodiversität über das Naturschutzprogramm Wald umgesetzt. Dadurch ist ein Netz an ökologisch wertvollen Flächen im Aargau entstanden.

So konnten zum Beispiel in den Naturwaldreservaten 237 Pilzarten und 99 auf Totholz angewiesene Käferarten als Erstfunde für den Aargau nachgewiesen werden. Naturwaldreservate bieten aber auch den Fledermäusen ideale Lebensräume: Es konnten 14 Fledermausarten nachgewiesen werden – hier wurden 18 Prozent mehr Arten von Fledermäusen erfasst als im Wirtschaftswald.

Vor 30 Jahren startete das Naturschutzprogramm Wald als idealistische Vision. Die damals formulierten Zielsetzungen konnten per Ende der fünften Etappe im Jahr 2025 erreicht werden. Im Juni 2025 hat der Grosse Rat des Kantons Aargau die sechste Etappe des Naturschutzprogramms Wald und zugleich neue Zielgrössen für das Jahr 2055 verabschiedet. Damit können die Arbeiten für die Förderung der Biodiversität im Wald fortgesetzt werden. Neue Schwerpunkte bilden die Schaffung von Feuchtgebieten im Wald sowie Habitatbaumreservate. (nfz)


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