«Musik verbindet und schafft Freude»
11.04.2026 PersönlichLuzia Wunderlin spielt eine Vielzahl an Instrumenten, lehrt an der Musikschule in Frick Blockflöte, schreibt Gedichte und malt. Warum sie jetzt auch Schlagzeug lernt und findet, dass Kinder ein Instrument lernen sollen, erzählt sie im Gespräch.
Petra Schumacher
...Luzia Wunderlin spielt eine Vielzahl an Instrumenten, lehrt an der Musikschule in Frick Blockflöte, schreibt Gedichte und malt. Warum sie jetzt auch Schlagzeug lernt und findet, dass Kinder ein Instrument lernen sollen, erzählt sie im Gespräch.
Petra Schumacher
Luzia Wunderlin, Jahrgang 1976, unterrichtet seit 25 Jahren an der Musikschule Frick Blockf löte. «Die Musik begleitet mich von früh an. Schon als Kindergartenkind habe ich gesungen und dabei auch meine eigenen Lieder erfunden», erzählt Luzia Wunderlin. «Meine Eltern haben mich und meine beiden Geschwister dann zur Musikschule geschickt und da haben wir, ganz klassisch, mit der Blockflöte begonnen. Durch die Art, wie meine Musiklehrerin mir klassische Musik erklären konnte, ist für mich eine neue Welt aufgegangen. Eine Welt, die mich verzaubert hat, von der ich mehr wissen wollte.» Und so kommt zur Blockflöte die Geige und später die Gitarre, um sich beim Gesang selber begleiten zu können. Da sie ihre Passion für die Musik zum Beruf machen wollte, studierte sie an der Musikhochschule Zürich Musik mit dem Schwerpunkt «Alte Musik.»
Farbigkeit und Wärme in die Welt bringen
«Für mich war früh klar, dass ich Musiklehrerin werden wollte, denn Musik und Pädagogik haben mich interessiert», berichtet Luzia Wunderlin. «Ein Berufsziel schon im Studium zu haben, hat mich beim Lernen motiviert und gleichzeitig entspannt, weil ich wusste, wohin die Reise geht.» An der Musikschule ist sie nun schon lange tätig und fühlt sich dort am richtigen Ort. «Ich kann die Musikschüler bei ihren Bedürfnissen und in ihrem Lerntempo unterstützen und dabei eine Beziehung zu ihnen aufbauen und das ist mir wichtig. Wenn dann spürbar bei einem Schüler ‹eine Tür aufgeht› oder wir gemeinsam in ein Musikstück richtig ‹eintauchen›, merke ich, wie uns die Musik verbindet. Das bestätigt mich immer wieder in meiner Arbeit. Ich habe das Gefühl, ich kann mit der Musik etwas an Farbigkeit und Wärme in die Welt um mich herum bringen.»
Ende März, stand von der Musikschule aus wieder das traditionelle Music Weekend für Flöte und Gitarre an. «Wir gingen mit 25 Schülern, alle zwischen 11 und 15 Jahren nach Langenbruck», so die Musiklehrerin. «Natürlich ist es auch anstrengend, aber der Lerneffekt ist riesig und das Zusammensein und gemeinsame Musizieren bringen eindrückliche Erlebnisse, was unsere Teenager auch zu schätzen wissen.»
Musik in der ganzen Bandbreite
Auch ausserhalb der Musikschule musiziert Luzia Wunderlin und tritt auch auf. Verschiedenen Gottesdienstanlässen in Kirchen gibt sie den musikalischen Rahmen und einige Male im Jahr tritt sie zusammen mit Rainer Loretan als Duo «White Moon» auf, wo neben Eigenkompositionen vom Pianisten Rainer Loretan auch zwei selbst komponierte Stücke von Luzia Wunderlin gespielt werden. «Ich bin breit aufgestellt, was die Stil-richtungen und Epochen der Musik angeht und lege mich da überhaupt nicht fest. Musik soll einfach be rühren und Freude machen», erklärt Luzia Wunderlin.
Die bevorzugte Vielfalt betrifft auch die Musikinstrumente bei Luzia Wunderlin. Neben Blockflöte, Violine und Gitarre, spielt sie auch Cembalo und Klavier.
Raus aus der Nische
«Ich probiere gern auch mal etwas Neues aus», so die Musiklehrerin. Dazu gehörte der Brasilianische Trommelkurs an der Jazzschule in Basel oder seit letztem Sommer das Schlagzeug. «An das Schlagzeug bin ich durch den Musikunterricht meiner Söhne gekommen. Ich mag Rhythmus und von dem her mag ich das Schlagzeug sehr», erklärt Luzia Wunderlin. «Es ist für mich sehr spannend, bei diesem Unterricht mal in die Rolle der Schülerin zu schlüpfen und den Unterricht aus dieser Perspektive zu erleben. Ausserdem hat es mich gereizt, musikalisch ein ganz anderes Instrument zu lernen.» Die Musiklehrerin hält kurz inne und meint mit einem Schmunzeln: «Es gibt noch einen weiteren Grund. Wir Blockf lötenspieler fühlen uns immer wieder in eine Nische gestellt und ich glaube, ich wollte mal raus aus dieser Nische.»
Lyrik, das Schreiben von Gedichten begleitet die Oeschgerin schon länger. Zudem ist das Malen zum wichtigen Hobby geworden. «Wenn man Musik nicht gerade aufnimmt, ist das Musizieren doch flüchtig, das gemalte Bild dagegen bleibt», so Wunderlin und ergänzt: «Malen ist neben der Musik und der Sprache eine andere Form, wo ich mich gut ausdrücken kann und dabei sehr wohl fühle.»
Plädoyer für den Instrumentenunterricht
Luzia Wunderlin kommt immer wieder auf die Musik zu sprechen. «Ich finde es faszinierend, Musik zu spielen, die über 400 Jahre alt sein kann. Die Menschen aus dieser Zeit haben so anders gelebt und doch können wir ihre Musik spielen und so einen Teil von ihnen erleben.» Die Musiklehrerin schätzt ganz realistisch ein, dass das heutige Freizeitangebot riesig ist und Kinder alle Möglichkeiten haben. «Und dennoch möchte ich mich für den Instrumentenunterricht einsetzen», so Luzia Wunderlin. «Für mich ist das Erlernen von einem Instrument eine Lebensschule. Das Erlernte bleibt einem. Egal, wo man mal auf der Welt ist und welche Sprache man spricht, Musik verbindet, schafft gemeinsame Erlebnisse und bringt Freude.»

