Mittendrin und viel gefordert
05.05.2026 LaufenburgDer Laufenburger Stadtrat und ein Überblick über die ersten 120 Tage
Die ersten Wochen der neuen Amtsperiode boten dem Laufenburger Stadtrat wenig Zeit für ein entspanntes Kennenlernen und Vertrautmachen mit den Ressortaufgaben. Vielmehr prägten zahlreiche ...
Der Laufenburger Stadtrat und ein Überblick über die ersten 120 Tage
Die ersten Wochen der neuen Amtsperiode boten dem Laufenburger Stadtrat wenig Zeit für ein entspanntes Kennenlernen und Vertrautmachen mit den Ressortaufgaben. Vielmehr prägten zahlreiche Herausforderungen den Start. Aufgaben, denen sich die Ratsmitglieder gerne stellten.
Susanne Hörth
Spannend, intensiv und geprägt von einem guten Miteinander: So beschrieben alle fünf Laufenburger Stadtratsmitglieder am Donnerstagabend vor einer gut gefüllten Aula im Oberstufenschulhaus Blauen die ersten rund 120 Tage der neuen Amtsperiode. Für Martin Steinacher ( Vizeammann), Christian Winter und Dieter Deiss waren es zudem die ersten Wochen als Stadträte. Der heutige Stadtammann René Leuenberger vervollständigt bereits seit September 2024 das damalige Gremium. Das einzig langjährige Ratsmitglied in der heutigen Zusammensetzung ist André Maier.
Dass alle vom ersten Tag an gefordert waren, wurde bei den Ausführungen der jeweiligen Ressortverantwortlichen deutlich. Offen und transparent zu kommunizieren, hat der Stadtrat als eines seiner Legislaturziele festgelegt. Wie ernst es ihm damit ist, zeigte sich bereits am Donnerstagabend: Es wurde über laufende und neue Projekte informiert, Positives wie auch weniger Erfreuliches angesprochen und sachlich sowie kompetent auf Fragen aus der Versammlung eingegangen.
Personelle Situation auf der Verwaltung
Nicht nur der Stadtrat setzt sich mehrheitlich neu zusammen, auch auf der Stadtverwaltung gibt es Veränderungen. Wie bereits bekannt, haben sich die beiden Stadtschreiber Marco Waser und Ivan Brigante entschieden, neue berufliche Herausforderungen in anderen Gemeinden anzunehmen. René Leuenberger informierte, dass mit der stellvertretenden Stadtschreiberin Jenny Zbinden am 1. Mai eine Nachfolgerin für Ivan Brigante ihre Stelle angetreten hat. Auch für Stadtschreiber I, Marco Waser, konnte mit Edoardo Carrico ein Nachfolger gefunden werden. Der heutige Gemeindeschreiber von Hellikon und in Kaisten wohnhafte Carrico wird am 1. September seine Arbeit auf der Stadtverwaltung Laufenburg aufnehmen. Bereits am 1. Juni wird Karin Müller als stellvertretende Leiterin Finanzen beginnen. Noch offen ist die Nachfolge für den langjährigen Leiter Finanzen, Roland Obrist, der Ende Jahr in Pension gehen wird.
Laufende Projekte
Noch vor den Sommerferien werde die Marktgasse gepflästert sein, erklärte der Stadtrat zum Stand der Altstadtsanierung. Beim Rhytürli dauern die Arbeiten noch an; dort müssen Leitungen für den Wärmeverbund verlegt werden. Zum Votum aus der Versammlung, die Arbeiten in der Altstadt würden viel zu lange dauern, zeigte Maier Verständnis und betonte, dass sich der Stadtrat dessen bewusst sei und entsprechend Druck mache.
«Der Wärmeverbund ist eine echte Erfolgsstory auf dem Weg zum Ziel die teuren und wenig ökologischen Elektroheizungen in der Altstadt schrittweise zu ersetzen», freute sich Stadtrat Christian Winter. «Wir sind gut unterwegs.» Der Wärmeverbund I sei abgeschlossen, der zweite gut vorangeschritten, und beim Wärmeverbund III hätten sich bereits 40 Kundinnen und Kunden – Tendenz steigend – angeschlossen.
Zur Gesamtrevision der Nutzungsplanung machte Stadtammann René Leuenberger deutlich, dass trotz Bemühungen seitens des Stadtrats der Kanton die von der Bevölkerung an der Sommergemeindeversammlung 2025 geforderten Nicht-Auszonungen im Ortsteil Sulz nicht bewilligt habe. An der kommenden Gemeindeversammlung vom 12. Juni werde somit nur über geringfügige Anpassungen am Planwerk abgestimmt. Eine gültige BNO sei auch für weitere Entwicklungsprojekte in Laufenburg eine wichtige Voraussetzung. Das zeigte sich bei den Ausführungen von Stadtrat Dieter Deiss. Er nannte als für die Stadt bedeutende Projekte das Binkert-Areal, die Schützengärten sowie das Schützen-Areal. Insbesondere beim Letzteren sei es wichtig, endlich einen Schritt vorwärts machen zu können. Zudem informierte er über die für 2028 geplante Sanierung der Kaisterstrasse K462.
Zwei Schulstandorte – eine Schule
Martin Steinacher verdeutlichte, wie wichtig es sei, dass die beiden Schulstandorte Laufenburg und Sulz als Einheit auftreten. Dafür brauche es eine gute Zusammenarbeit und bei Bedarf auch den Austausch von Lehrkräften – stets mit dem Ziel, beide Schulstandorte langfristig erhalten zu können.
Aus der Versammlung wurde zudem die Frage nach einer gemeinschaftlichen Photovoltaik-Anlage aufgeworfen – insbesondere für die Altstadt, wo solche Anlagen aus denkmalschützerischen Gründen nicht erlaubt sind, die Liegenschaftsbesitzer jedoch ebenfalls von nachhaltigem Strom profitieren möchten. Christian Winter erklärte, dass entsprechende Abklärungen im Gange seien. Er sprach unter anderem von LEG- und Gemeinschaftsanlagen.
«Toll, dass ihr den Mut habt, nach 120 Tagen hinzustehen und offen zu informieren», lobte ein Teilnehmer den Stadtrat. René Leuenberger antwortete: «Der Austausch mit der Bevölkerung ist uns sehr wichtig. Man kann jederzeit auf uns zukommen.»

