Susanne Hörth
Seit einiger Zeit erhalte ich regelmässig Mails, in denen uns Hausschätzungen für den Verkauf unserer Immobilie angeboten werden. Und das erst, seit wir mit Nachbarn über deren geplanten Hausverkauf gesprochen haben. Wir selbst waren in dieser Sache ...
Susanne Hörth
Seit einiger Zeit erhalte ich regelmässig Mails, in denen uns Hausschätzungen für den Verkauf unserer Immobilie angeboten werden. Und das erst, seit wir mit Nachbarn über deren geplanten Hausverkauf gesprochen haben. Wir selbst waren in dieser Sache nie aktiv und haben es eigentlich auch nicht vor.
Sie suche nach dem Titel eines Songs aus den 1980er-Jahren, könne sich aber weder an den Namen der Band noch an jenen des Liedes erinnern, nervt sich eine Bekannte. Sie summt die Melodie, ich stimme mit ein, kann ihr aber bei den Angaben nicht weiterhelfen. Dass meine Gesprächspartnerin mir noch am gleichen Tag mitteilt, sie habe auf Facebook Vorschläge für Musikbeiträge aus den 1980er-Jahren erhalten – darunter auch das gesuchte Lied – erstaunt uns nicht wirklich. Vielmehr sind wir nun endgültig davon überzeugt, dass unsere ständig mitgeführten Smartphones mithören.
Wie können wir unsere Mithörer gewollt in die Irre führen? Etwa über eine tägliche Viertelstunde Desinformation am Küchentisch. Wir sprechen dann laut über Dinge, die uns überhaupt nicht interessieren: Traktorenreifen, Goldfisch-Yoga, Ferien auf dem Mars oder die Anschaffung einer Herde Alpakas. Mal sehen, welche Werbung danach erscheint. Und falls das Smartphone schon mithört, soll es wenigstens etwas zu lachen haben. Vielleicht revanchiert es sich irgendwann und verrät uns, wo wir wieder einmal unseren Autoschlüssel oder die Brille hingelegt haben.