Susanne Hörth
Es gibt Sommerhitze und meiner Meinung nach Raclette untaugliche Sommerhitze. Angesichts der aktuellen 35 Grad schmelzt der Käse von selbst, ganz ohne Racletteöfeli, Strom oder menschliches Zutun. Eigentlich energieeffizient – wenn nicht gleichzeitig ...
Susanne Hörth
Es gibt Sommerhitze und meiner Meinung nach Raclette untaugliche Sommerhitze. Angesichts der aktuellen 35 Grad schmelzt der Käse von selbst, ganz ohne Racletteöfeli, Strom oder menschliches Zutun. Eigentlich energieeffizient – wenn nicht gleichzeitig eine nationale Tragödie ihren Lauf genommen hätte.
Ich habe eben gelesen, dass in der Schweiz, dem Land der Käsekompetenz sondergleichen, im vergangenen Jahr 125 Tonnen weniger Raclette gegessen wurde. 125 Tonnen! Nur noch 7822 Tonnen wurden verzehrt. Das hat mich persönlich in eine tiefe Krise gestürzt. Denn ich ahne, wer daran schuld sein könnte.
Ich.
Im Familienkreis werde ich seit Jahren liebevoll verspottet, weil ich nach zwei Scheiben Raclette satt bin. Zwei! Immer wieder wurde ich aufgezogen, ich sei eines Tages verantwortlich für den Rückgang des nationalen Käsekonsums. Und jetzt ist es passiert.
Darum möchte ich mich an dieser Stelle von Herzen offiziell beim Branchenverband Raclette
Suisse entschuldigen.
Ich verspreche feierlich: Spätestens im kommenden Winter esse ich pro Racletteabend mindestens eine Scheibe mehr. Nicht für mich, sondern für die Schweiz. Für die Statistik. Für die 125 Tonnen.