Susanne Hörth
Ein Schritt nach vorne, zwei rückwärts, einer nach links, einer nach rechts und dann zwei Schritte vorwärts. Die gleiche Schrittabfolge wiederholt sich mehrfach.
Mein Glück ist der genügend grosse Abstand hinter den beiden Mädchen, ...
Susanne Hörth
Ein Schritt nach vorne, zwei rückwärts, einer nach links, einer nach rechts und dann zwei Schritte vorwärts. Die gleiche Schrittabfolge wiederholt sich mehrfach.
Mein Glück ist der genügend grosse Abstand hinter den beiden Mädchen, die von der Schule auf dem Nachhauseweg sind. «Warum machst du das eigentlich», will eines der Mädchen von seiner Begleiterin erfahren. Deren angeekelter Gesichtsausdruck sagt mehr als es die herausgepressten Worte tun: «Es gibt Spinattätschli zum Zmittag.»
Von wegen Kinder hätten kein Zeitgefühl und vergessen auf dem Nachhauseweg gerne auch einmal, dass daheim mit dem Essen auf sie gewartet wird. Ihr exzellentes Zeitgefühl setzen Mädchen und Buben gerne dann ein, wenn Erwachsene eigentlich mit ihnen losmüssten. Auf ein «wir gehen jetzt», ist garantiert just in diesem Moment ein Schuh nicht mehr auffindbar, der bislang gut funktionierende Reissverschluss an der Jacke will sich partout nicht schliessen lassen und obwohl gerade auf der Toilette gewesen, muss jetzt dringend nochmals. Ist dann endlich der Schuh gefunden, der Reissverschluss zu und der dringende Toilettengang erledigt, ist trotzdem keine Eile angesagt. Eines ist sicher, von unserem Nachwuchs lernen wir immer wieder, auch geduldig zu sein. In einer stressgeplagten Zeit eigentlich gar nichts Schlechtes, oder?
Übrigens: auch wenn meine Kindheit schon ganz lange her ist: gab es daheim zum Zmittag Kabisauflauf mit Ghacktem hatte mein Velo auf dem Nachhauseweg gerne mal einen Platten.