Susanne Hörth
Ist das nicht unglaublich? 23 Medaillen haben unsere Schweizer Athletinnen und Athleten an den Olympischen Winterspielen in Italien abgeräumt. Dreiundzwanzig! Ich habe Mühe, überhaupt 23 Paar Socken zusammenzufalten, und die holen einfach mal so ...
Susanne Hörth
Ist das nicht unglaublich? 23 Medaillen haben unsere Schweizer Athletinnen und Athleten an den Olympischen Winterspielen in Italien abgeräumt. Dreiundzwanzig! Ich habe Mühe, überhaupt 23 Paar Socken zusammenzufalten, und die holen einfach mal so Edelmetall am Laufmeter.
Wie viel Fleiss, Disziplin und auch eine Prise Verbissenheit in all den Trainings steckt, können wir nur erahnen. Viele von euch wahrscheinlich besser als ich – ich, die sich selbst ohne schlechtes Gewissen als Sportbanause bezeichnet. Trotzdem habe ich mich während der Spiele tapfer vor den Fernseher gesetzt. Ich habe mitgefiebert, mitgejubelt und bei Stürzen mitgelitten, als wäre ich persönlich mit 120 km/h über die Piste geschlittert.
Und dabei habe ich etwas völlig Unerwartetes gelernt: Haushaltsführung geht auch olympisch. Beim Wischmoppen lehne ich mich neuerdings ans Curling an – konzentrierter Blick, eleganter Ausfallschritt, und dann wird der Boden poliert, als hinge Gold davon ab. Den Staub in den Ecken wische ich wie eine Buckelpistenfahrerin weg: federnde Knie, dynamische Bewegungen, leichtes Schnaufen inklusive. Mit dem Staubsauger schlängle ich mich im Slalom um die Möbel, und beim Hundegassigehen nehme ich automatisch die Haltung einer Eisschnellläuferin ein. Der Hund findet’s irritierend, aber er läuft mit.
Das bisschen Haushalt – inklusive Tiermanagement – geht jetzt viel ringer. Fast schon sportlich. Fast schon olympisch.