Susanne Hörth
Die Schweiz gilt als Heimat der direkten Demokratie. «Bei uns entscheidet das Volk!», sagen wir gern mit bedeutungsschwerem Nicken. Und tatsächlich: Wir sind stolz auf unser politisches Mitspracherecht. Doch nutzen wir es auch? Nun ja – nicht immer. ...
Susanne Hörth
Die Schweiz gilt als Heimat der direkten Demokratie. «Bei uns entscheidet das Volk!», sagen wir gern mit bedeutungsschwerem Nicken. Und tatsächlich: Wir sind stolz auf unser politisches Mitspracherecht. Doch nutzen wir es auch? Nun ja – nicht immer. Ein Blick in manche Gemeindeversammlung zeigt es deutlich. Stimmberechtigte gäbe es viele, doch meist sind es die gleichen Engagierten, die auf den Stühlen Platz nehmen und die Geschicke ihres Dorfes mitbestimmen wollen.
Vor 100 Jahren hätten sie dafür fast monatlich eine Gelegenheit gefunden. In Kaisten etwa wurden im Jahr 1926 gleich neun Gemeindeversammlungen einberufen, um die anstehenden Geschäfte zu erledigen. «Damals war das Fernsehprogramm halt noch nicht so abwechslungsreich wie heute», meinte dazu ein frisch volljähriger, nun stimmberechtigter junger Fricktaler mit einem breiten Grinsen.