Susanne Hörth
«Wahrscheinlich kannst du nicht anders», sagt eine Bekannte in diesen Tagen und schaut mich dabei an, als hätte ich gerade ein Verbrechen begangen. Ich blinzle irritiert. Sie seufzt: «Weisst du, dieses bunte Treiben, das jetzt überall losbricht ...
Susanne Hörth
«Wahrscheinlich kannst du nicht anders», sagt eine Bekannte in diesen Tagen und schaut mich dabei an, als hätte ich gerade ein Verbrechen begangen. Ich blinzle irritiert. Sie seufzt: «Weisst du, dieses bunte Treiben, das jetzt überall losbricht – ich ertrage es nicht. Zu laut, zu hektisch, zu viel von allem.»
Und was, bitte schön, habe ich damit zu tun?
«Deine Kolumne natürlich. Wetten, dass du genau darüber schreibst? Über das, was ich partout nicht ausstehen kann.»
Ein bisschen kann ich sie ja ver stehen. Geschmäcker sind verschieden, und manche Dinge polarisieren mehr als andere. Also frage ich: «Gut, dann sag du mir, worüber ich schreiben soll.»
Sie denkt kurz nach, dann hellt sich ihr Gesicht auf: «Schreib doch einfach über unser Gespräch. Aber vermeide unbedingt das eine Wort, um das sich gerade alles dreht.»
Nun gut. Ihr Wunsch ist mir Befehl. Zumindest in dieser aktuellen Kolumne.