Die Atemschützer der Feuerwehren Möhlin und Rheinfelden sind jeweils an vorderster Front anzutreffen. Selten aber so, wie zuletzt im Dorf.
Ronny Wittenwiler
Schweres Geschütz, Sauerstoffflaschen und Masken. Eigentlich absolut einsatzbereit, doch stattdessen werfen ...
Die Atemschützer der Feuerwehren Möhlin und Rheinfelden sind jeweils an vorderster Front anzutreffen. Selten aber so, wie zuletzt im Dorf.
Ronny Wittenwiler
Schweres Geschütz, Sauerstoffflaschen und Masken. Eigentlich absolut einsatzbereit, doch stattdessen werfen die Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen mit dem Basketball ein paar Körbe. Oder sie absolvieren zu zweit und festgebunden auf Holzlatten einen Parcours im Gleichschritt. «Natürlich ist das ganz klar ein Plausch-Wettkampf», sagte Alex Wehrli einmal über diesen aussergewöhnlichen Anlass. «Aber es geht am Ende auch darum, dass jeder unserer Leute unter körperlicher Anstrengung das Gerät auf sich trägt, die eigenen Grenzen spürt und auch merkt, was jeder zu leisten im Stand ist.» Wehrli meint jene Männer und Frauen an vorderster Front: die Atemschutztruppen. Bei der Feuerwehr Möhlin ist Wehrli für die Ausbildung der Atemschützer zuständig. Er schickte kürzlich seine Truppe auf eine Mission, die für einmal nicht die Brandbekämpfung zum Ziel hatte, sondern den Spass an der Freude.
Kein Ausruhen
Dieser « Atemschutzpokalwettkampf» hat längst Tradition. Seit über zehn Jahren organisieren jeweils im Turnus die Feuerwehren Möhlin, Rheinfelden sowie die Feuerwehrkollegen in Badisch Rheinfelden diesen Anlass. Und auch wenn es sich in erster Linie um einen Wettkampf handelt, der die Kameradschaft untereinander pflegt, so fordert er von seinen Teilnehmenden eben doch die eine oder andere Schweissperle: In der Atemschutzausrüstung wird selbst eine vermeintlich leichte Geschicklichkeitsübung zur Herausforderung.
Richtig zur Sache geht es bei den Atemschützern sowieso oft genug: Wehrlis Abteilung absolviert acht spezifische Übungen jährlich, alle vier Jahre trainieren die Frauen und Männer ihre Fähigkeiten in einer mobilen Brandsimulationsanlage, und im Herbst geht es ins deutsche Eschbach, in ein hochmodernes Trainingszentrum, das unter anderem über ein sogenanntes «Brandhaus» verfügt, in dem das Üben von Löschangriffen gelehrt wird. Viel wird in die Ausbildung des Atemschutzes investiert. Oder, wie Wehrli es sagt: «Auch wenn die Ernsteinsätze in der Regel zurückgehen, weil der Brandschutz greift, die Überwachung und die Brandmeldeanlagen viel sicherer geworden sind: Unsere Leute müssen Bescheid wissen und gewappnet sein, darum braucht es diese Übungen.» Nicht umsonst heisst ein Leitsatz eben: Im Zweifelsfall Atemschutz. Ohne Zweifel darf dann einmal im Jahr auch der Spass im Vordergrund stehen wie beim «Atemschutzpokalwettkampf» in Möhlin, wo es am Ende einen goldenen Kelch für die Sieger und Wurst-Käse-Salat für alle Atemschützer gab.