Für mich als positiv eingestellte Gesellschaftspolitikerin gab es viele schöne Ereignisse im 2025, welche meinen Glauben an die Zukunft stärken. In der Gleichstellungspolitik waren weltweit in diesem Jahr zwar Treten an Ort oder leider sogar Rückschritte hinzunehmen, aber in ...
Für mich als positiv eingestellte Gesellschaftspolitikerin gab es viele schöne Ereignisse im 2025, welche meinen Glauben an die Zukunft stärken. In der Gleichstellungspolitik waren weltweit in diesem Jahr zwar Treten an Ort oder leider sogar Rückschritte hinzunehmen, aber in der Schweiz hat der flächendeckende Protest für eine zusätzliche Million Franken für die Gewaltprävention im nationalen Parlament glücklicherweise Wirkung gezeigt. An diversen Frauentagungen und in Frauengruppen habe ich erlebt, wie über alle Grenzen hinweg Verbundenheit gezeigt und dass Lösungsansätze für komplexe Probleme diskutiert und teilweise umgesetzt werden konnten. Ausschluss bedeutet generell nichts Gutes für eine Demokratie, es sollten soviele Menschen wie möglich einbezogen werden, das gibt die besten und tragfähigsten Lösungen. Demokratie leben ist zwar anspruchsvoll, aber lohnend und ihre Auswirkungen betreffen uns alle!
Mit Sorge sehe ich weltweit Autokratien und patriarchale Handlungen auf dem Vormarsch, aber mit Zuversicht möchte ich mit meinen begrenzten Möglichkeiten darauf hinwirken, dass das Prinzip Hoffnung sich durchsetzen kann. Wenn das alle Menschen tun, dann bin ich überzeugt davon, dass wir mehr für unsere Gemeinschaften erreichen können. Solidarisch mitwirken ist ein gutes Motto gegen Egoismus für 2026 und macht erst noch zufrieden und oft glücklich! Engagieren wir uns miteinander mit Wohlwollen in unseren Familien, der Politik und der Wirtschaft, in den Vereinen, Institutionen und auch in der Kirche. Denn es braucht überall Anstrengungen, damit alle Menschen ein gutes Leben haben können.
Im Aargauer Grossen Rat wünsche ich mir im neuen Jahr wieder engagierte Debatten in allen politischen Lagern, es soll um gute Lösungen gerungen und nicht nur nach Machtverhältnissen abgestimmt werden. Schauen Sie hin und fordern Sie unsere gewählten Verantwortlichen mit Ihrer Kritik, aber spenden Sie ab und zu auch ein Lob. Das verbessert das politische Klima und motiviert!
Wir in Rheinfelden haben einen neu zusammengesetzten Stadtrat erhalten, er soll mit der Verwaltung gut zusammenarbeiten und die Bevölkerung einbeziehen. Das gilt auch für alle anderen Gemeinden, seien Sie aber gnädig mit unseren Milizarbeitenden, denn Sie können nicht alles wissen und haben nur begrenzte Ressourcen. Auch hier gilt «Mitenand gohts besser».
In der Bibel werden die drei Begriffe Glauben, Hoffnung und Liebe gewichtet, die Liebe ist dabei die grösste Tugend. Für das neue Jahr wünsche ich Ihnen von Herzen viele hoffnungsvolle, von Liebe getragene Sternstunden. Seien Sie mutig und engagiert und glauben Sie an Ihre Wirksamkeit!
BRIGITTE RÜEDIN, PRÄSIDENTIN KOMMISSION «LENBZBURGER FRAUENTAGUNG»,