Vergnügliche Kaiseraugster Vorfasnachtsveranstaltung
Kaiseraugst hat viele Talente: Einige davon sind bei der diesjährigen Fotzelschnitte zu bestaunen, die als Eurovision Song Contest aufgemacht ist. Die NFZ hat bei der Generalprobe vorbeigeschaut.
Valentin ...
Vergnügliche Kaiseraugster Vorfasnachtsveranstaltung
Kaiseraugst hat viele Talente: Einige davon sind bei der diesjährigen Fotzelschnitte zu bestaunen, die als Eurovision Song Contest aufgemacht ist. Die NFZ hat bei der Generalprobe vorbeigeschaut.
Valentin Zumsteg
EsDas kann ja heiter werden: Sven Epesses und Christa Ramazotti führen durch den diesjährigen Fotzelschnitte-Abend – und beide scheinen eine Schwäche für alkoholische Getränke zu haben. Zum 12. Mal wird diese Kaiseraugster Vorfasnachtsveranstaltung durchgeführt, diesmal ganz im Zeichen des Eurovision Song Contests. Denn wenn die Zürcher ihren Böögg auswärts abfackeln können, dann kann der Song Contest auch in Kaiseraugst gefeiert werden. Wäre ja gelacht.
«Keine Ermüdungserscheinungen»
«Wir spüren keine Ermüdungserscheinungen», sagt Benjamin Bürgi, Obmann der zehnköpfigen MG Fotzelschnitte. «Das Hauptthema war diesmal schnell klar, es hat keine langen Debatten gegeben.» So geht also die «Fotzel-Vision» im Violahof fünf Mal über die Bühne. Verschiedene Dorfteile präsentieren dabei in Videoaufzeichnungen ihre grössten musikalischen Talente, zum Beispiel Modern Stalking von der Tränkgasse oder die Waldhäxe aus dem Spiegelgrund. Am Schluss kann das Publikum für seine Lieblinge voten.
Neben Gesangstalenten verfügt Kaiseraugst auch über Erfinder. Auf der Bühne sieht das Publikum, wie im Mittelalter das Jassen entstanden ist. Sagen wir so: Es ist kompliziert. Ebenfalls nicht ganz einfach sind die Herausforderungen, welche Ehe und Partnerschaft bereithalten. Da kann ein Kurs sicher nicht schaden – allerdings machen sich in Kaiseraugst die Männer schnell aus dem Staub und suchen ihr Glück lieber beim «Verkehrsunterricht» in der Fledermausgasse in Rheinfelden. Apropos Männer: Liebstöck und Dörfler, zwei gegensätzliche Exemplare dieser Spezies, kommentieren den Abend von ihrer Loge aus; ganz so wie früher Statler und Waldorf in der Muppet-Show.
«Überall het’s Genderstern dra»
Schnitzelbänke gibt es natürlich auch, zum Beispiel von «Kuni usem Gundeli & d’Vorstadt Gritte». Sie beschweren sich, dass beim Tinder-Date keine richtigen Männer mehr zu finden sind: «Überall het’s Genderstern dra». Mit dabei sind ebenfalls Fridolin & Frieda aus Möhlin. Für den nötigen fasnächtlichen Rhythmus sorgen die «Grossschtadtchnulleri», die mit ihren Kostümen den mexikanischen Tag der Toten zelebrieren. Insgesamt elf Nummern stehen auf dem Programm, dazu verschiedene Video-Einspieler. Das Team der Fotzelschnitte hat viel Zeit und Herzblut in die diesjährige Produktion gesteckt. Los ging es bereits Mitte des vergangenen Jahres mit den Vorarbeiten, im Oktober wurden die Videos gedreht und im November begannen die Leseproben. «Seit Januar proben wir im Violahof, am Anfang nur zwei Mal pro Woche, am Schluss fast jeden Tag», schildert Benjamin Bürgi. Der Augenschein hat ergeben: Es sind tatsächlich keine Ermüdungserscheinungen festzustellen. Das Publikum kommt auf seine Kosten. Douze points.
www.fotzelschnitte.ch