«Mit der Zeit kam auch der musikalische Anspruch dazu»
01.11.2026 Gipf-OberfrickSeit 1999 sind die «Bieranjas» gemeinsam unterwegs. Die 24-köpfige Combo ist nicht nur durch die Musik verbunden, sondern auch durch ihre Freundschaften. Sechs Musiker leben in Gipf-Oberfrick.
Janine Tschopp
Ein Viertel der ganzen Formation wohnt in Gipf-Oberfrick und genau ...
Seit 1999 sind die «Bieranjas» gemeinsam unterwegs. Die 24-köpfige Combo ist nicht nur durch die Musik verbunden, sondern auch durch ihre Freundschaften. Sechs Musiker leben in Gipf-Oberfrick.
Janine Tschopp
Ein Viertel der ganzen Formation wohnt in Gipf-Oberfrick und genau dort gibt die Brass-Combo schon bald ihr nächstes Konzert. Ein Heimspiel sozusagen für die «Bieranjas», die zur Hälfte aus Fricktalern und zur Hälfte aus passionierten Musikern aus umliegenden Regionen bestehen.
An diesem Dienstagabend treffen wir uns also nicht spezifisch mit dem Vorstand oder den Gründungsmitgliedern der Brass-Combo, sondern mit den Gipf-Oberfrickern. Was nicht heisst, dass es darunter nicht auch Gründungsmitglieder gibt oder solche, die ursprünglich aus anderen Gemeinden stammen und mittlerweile aber in Gipf-Oberfrick leben.
Von der Leidenschaft, gemeinsam zu musizieren
Was alle «Bieranjas»-Mitglieder verbindet, auch diejenigen, die nicht in Gipf-Oberfrick leben, sind ihre Freundschaften sowie ihre Leidenschaft, gemeinsam zu musizieren. «Gemeinsam mit Kollegen gute Musik zu machen, ist das Schönste was es gibt», ist Stefan Oswald überzeugt. «Am Anfang war es uns ganz wichtig, dass wir es lustig haben. Mit der Zeit kam auch der musikalische Anspruch dazu», erinnert sich Urs Hasler, der zu den Gründungsmitgliedern der 24-köpfigen Brass-Combo zählt und bereits zahlreiche Stücke für die «Bieranjas» arrangiert hat. Auch Dominik Müller war bei der Gründung 1999 dabei und freut sich auf das baldige «Heimspiel» im Fricktal. Das Konzert bestreiten die «Bieranjas» für einmal nicht alleine, sondern gemeinsam mit einer zweiten Band, mit den «Brass Buebe», einer neunköpfigen Band aus dem Südschwarzwald.
Wie kam das zustande?
«Im August 2025 spielten wir an einer Openair-Veranstaltung in Hergiswil. Es gab ein grosses Gewitter und regnete in Strömen, so dass das Festival direkt nach unserem Auftritt abgebrochen wurde», erzählt Dominik Müller. Zum Auftritt der «Brass Buebe» aus dem Südschwarzwald kam es nicht mehr. So ist Backstage unter den Schirmen der erste Kontakt zwischen den beiden Bands entstanden und die Idee eines gemeinsamen Konzerts war geboren.
Für die «Bieranjas» wird es der erste Event sein, den sie gemeinsam mit einer anderen Band durchführen.
Angefangen als Guggenmusik
Die «Bieranjas» sind bereits seit 27 Jahren gemeinsam unterwegs und waren immer wieder offen für Neues. So auch schon bei ihrer Entstehung. Begonnen hat alles am 2. Faissen 1999, als elf Männer und zwei Frauen in Zuzgen beschlossen, sich zu einer Guggenmusik zu formieren. Aus einer Fasnacht, wie ursprünglich geplant, sind gleich mehrere geworden. Irgendwann bekamen sie den «Fasnachtskoller» und verlagerten ihre Aktivitäten mehrheitlich auf die wärmere Jahreszeit. 2004 wurden sie erstmals an ein Blasmusik-Festival nach Ungarn eingeladen. Schnell wurde ihnen bewusst, dass ihre Musik auch dort gut ankam und sie bekamen Spass daran, an Festivals im Ausland aufzutreten.
Immer wieder kam es zu Höhepunkten in den letzten bald drei Jahrzehnten «Bieranjas». Ein Meilenstein war ihre Teilnahme bei der SRF-Musikshow «Kampf der Orchester» 2014. Einschneidend war sicher auch ihre Zeit in Kroatien, als sie ein Boot mieteten und von Hafen zu Hafen schipperten, um dort für die Menschen zu musizieren.
Neuausrichtung
Nach dem 20-Jahr-Jubiläum 2019 kam eine schwierigere Phase. Aus den 20-jährigen unabhängigen Jungs sind 40-jährige Männer geworden, die viel Verantwortung in Familie und Beruf tragen. So haben einige Mitglieder aufgehört, und die Zukunft der «Bieranjas» war eine Zeitlang nicht klar.
Die personellen Lücken konnten aber geschlossen werden und die Geschichte der Jungs, die damals an einem 2. Faissen spontan beschlossen, Fasnacht zu machen, wurde weitergeschrieben. Vor zwei Jahren feierten sie ihr 25-Jahr-Jubiläum. Seit knapp einem Jahr arbeiten sie mit dem Liestaler Sänger Robin Zbinden zusammen, wodurch nach und nach ein neues Programm entstand. «Die Zusammenarbeit mit Robin gibt uns die Möglichkeit, wieder andere Stücke zu erarbeiten», sagt Jonas Herzog. Das «Bieranjas»-Repertoire könnte man in etwa so zusammenfassen: «Pop und Rock von den 1980er-Jahren bis zur Moderne».
Mit ihrem gemeinsamen Event mit den «Brass Buebe» am 14. November steht schon bald das nächste Abenteuer vor der Tür. Ihr Jubiläumsfest zum 25-jährigen Bestehen liegt auf den Tag zwei Jahre zurück. «Wir freuen uns sehr, wieder einen Event zusammen mit unseren Leuten auf die Beine zu stellen», sagt André Neuhaus. Georg Schmid meint im Hinblick auf die grosse Party in Gipf-Oberfrick: «Der Anlass ist eine super Chance, auch für junge Leute, direkt vor der Haustüre moderne Blasmusik zu erleben.»
Zwei Bands – eine Party. Die «Bieranjas» und die «Brass Buebe» führen am 14. November, um 20 Uhr, einen gemeinsamen Event in der Mehrzweckhalle in Gipf-Oberfrick durch. Informationen und Tickets unter bieranjas.ch/party sowie unter eventfrog.ch.

