Vom Kanton gepflanzt, sollte eine mehrere Meter lange Hecke die Verkehrssicherheit auf der Landstrasse zwischen Möhlin und Wallbach erhöhen. Unbekannte haben sie jetzt gefällt.
Ronny Wittenwiler
Mehrere Jahre war es ruhig. Als würde die Hecke auf der ...
Vom Kanton gepflanzt, sollte eine mehrere Meter lange Hecke die Verkehrssicherheit auf der Landstrasse zwischen Möhlin und Wallbach erhöhen. Unbekannte haben sie jetzt gefällt.
Ronny Wittenwiler
Mehrere Jahre war es ruhig. Als würde die Hecke auf der Möhliner Höhe – berühmt geworden als Stein des Anstosses – niemanden mehr auf die Palme bringen. Doch jetzt hat in einem Akt der Selbstjustiz eine unbekannte Täterschaft die gesamte Sträucher-Reihe kahlrasiert. «So wie es aussieht, mit einer Motorsäge», sagt Oliver Wyss, der für diesen Strassenabschnitt zuständige kantonale Strassenmeister. Das Unverständnis ist gross. Vor knapp zwei Jahren übernahm Wyss von seinem Vorgänger; er weiss, dass diese vielleicht berüchtigtste Hecke entlang der Fricktaler Landstrasse eine Vorgeschichte hat. Diese begann vor sieben Jahren.
Weshalb die Hecke Sinn macht
Damals liess der Kanton eine kleine Sträucher-Reihe pflanzen. Die Absicht dahinter: das Unfallrisiko an diesem kritischen Punkt reduzieren. Für viele klang das paradox, denn die Sträucher nahmen den aus Zeiningen kommenden und in die Landstrasse Richtung Möhlin einmündenden Autofahrern die Fernsicht hinunter zum Kreisel nach Wallbach. Weniger Sicht für mehr Sicherheit – sahen manche darin einen schlechten Witz, kam ein vom Kanton in Auftrag gegebenes externes Gutachten hingegen just zu diesem Schluss; nämlich, dass eben gerade jene Fernsicht das Problem sei und die Gefahr für Unfälle erhöhe. Autofahrer würden beim Einmünden zu sehr auf die Ferne fokussieren und stattdessen die Fahrzeuge in den entscheidenden 150 Metern übersehen. Die Massnahme mit der Sträucher-Reihe löste ein regelrechtes Katz- und Mausspiel aus: Nicht lange dauerte es, und eine unbekannte Täterschaft riss sie wieder aus, solches gleich mehrmals, und sehr zum Bedauern vom Sektionsleiter Verkehrssicherheit beim Kanton, der darauf verwies, dass es an diesem Knoten allein in den fünf Jahren davor zu acht Verkehrsunfällen gekommen war.
Doch wie es oft so ist mit Geschichten, irgendwann wächst Gras drüber. Oder in diesem Fall: eine robuste Hecke, die ihren Zweck erfüllen sollte und nun endlich – so sagt es Strassenmeister Oliver Wyss – die ideale Höhe erreicht hätte. «Zirka einen Meter und zwanzig Zentimeter hoch, genau richtig, um der eigentlichen Massnahme gerecht zu werden.» Doch dann, in einer Nacht- und Nebelaktion am vorletzten Wochenende, griff eine unbekannte Täterschaft zur Motorsäge. «Am darauffolgenden Montagmorgen haben wir es gesehen. Es wurde alles abgeschnitten bis auf eine Höhe von etwa dreissig Zentimetern.»
Kanton hat Anzeige erstattet
Vor sieben Jahren sorgte der angerichtete Schaden für grosses Unverständnis bei den einen, teilweise für Spott und Freude bei den anderen. «Wunderbar!», kommentierte jemand in den sozialen Medien, «Danke an die Übeltäter», fand ein anderer, «wir dürfen weiter den kommenden Verkehr sehen und nicht an eine Hecke starren.» Auf den erneut angerichteten Schaden hat der Kanton reagiert und nun Anzeige gegen Unbekannt erstattet.