Mit dem Töffli der Freiheit entgegen
10.08.2026 OeschgenDie «Schnäpperlibuebe» feiern Jubiläum und schwelgen in Erinnerungen
Marcel Kuprecht, Georg Schlienger, Alexander Riner und Marcel Voser haben aus ihrer Leidenschaft vor Jahren einen Anlass gemacht und der erfreut sich grosser Beliebtheit. Am 15. August laden sie zum 10. Töffli-Treff ...
Die «Schnäpperlibuebe» feiern Jubiläum und schwelgen in Erinnerungen
Marcel Kuprecht, Georg Schlienger, Alexander Riner und Marcel Voser haben aus ihrer Leidenschaft vor Jahren einen Anlass gemacht und der erfreut sich grosser Beliebtheit. Am 15. August laden sie zum 10. Töffli-Treff nach Oeschgen ein.
Simone Rufli
Sie haben ihre fahrbaren Untersätze seit der Stifti und jede Menge mit ihnen erlebt. Die «Schnäpperlibuebe Freaktal» das sind Marcel Kuprecht, Georg Schlienger, Alexander Riner, Marcel Voser und etwas später hinzugestossen Sandro Zimmermann. Mit Ausnahme von Marcel Voser und Sandro Zimmermann sind sie an diesem Nachmittag mit ihren Zweitaktern zum Schulhausplatz gekommen, wo am 15. August der Jubiläums-Treff stattfindet. Das zehnte Mal organisieren sie diesen Treff nun schon. Marcel Kuprecht nimmt ein Buch hervor, blättert durch die Seiten. Fotos und Berichte aus zehn Jahren Töffli-Treff.
Puch oder Sachs, sei in den 1970er- und 80er-Jahren die alles entscheidende Frage gewesen. Sie allein entschied über Sein oder Schein. Nur eine Frage war von ähnlich folgenschwerer Bedeutung: «VW oder Opel?», Marcel Kprecht lacht. Heute seien sie toleranter meint er mit einem Augenzwinkern. Georg Schlienger und Alexander Riner stimmen zu. Konnte Ciao Piaggio früher dem Vergleich nicht standhalten, gestehen sie heute ein: «Es ist eine währschafte, kostengünstigere Variante.»
«Das Gefühl von Freiheit.» Noch heute betonen sie das vor allem anderen, wenn sie gefragt werden, was ihnen das Töffli im Alter von 14, 15 Jahren bedeutete. Freiheit auch in der Organisationsform. «Wir sind ein zusammengewürfelter Haufen, kein Verein», betont Marcel Kuprecht. Verbunden in Freundschaft seit der gemeinsamen Schulzeit in Oeschgen. Freiheit auch in einer heute für Jugendliche kaum mehr vorstellbaren Art und Weise. «Ich fuhr als 16-Järiger mit dem Töff li ins Tessin, im Gepäck zur Orientierung nur eine Schweizerkarte.»
Bis hinunter ans Meer
Der lebenslangen Leidenschaft fürs Töffli zum Trotz – Mechaniker ist keiner von ihnen geworden. Sie wurden älter, die gemeinsamen Ausfahrten blieben. Mit Ausnahme von ein paar wenigen alle Schweizer Kantone, Frankreich, Deutschland, Österreich, Italien – «bis hinunter ans Mittelmeer» – alles haben sie befahren.
Um Geschwindigkeit ging es ihnen vielleicht früher, wenn sie die Maschinen frisierten. Heute ist Tempo kein Thema mehr. Das Markenzeichen des jährlichen Treffs seit der erstmaligen Durchführung ist ein anderes: Es sind alle willkommen, die sich in irgendeiner Weise mit Töfflis verbunden fühlen; Junge und Alte, Familien mit kleinen Kindern, Jugendliche, die gerade erste Erfahrungen mit dem motorisierten Gefährt machen. Wer fachsimpeln will, findet mit Sicherhit ein Gegenüber mit der gleichen Absicht. Wer sich einfach nur an den vielen Modellen erfreuen möchte, ist genauso am rechten Ort. Immer beliebter wird der Treff unter jenen, die Ersatzteile suchen. Schon mancher fand genau das Teil, das er suchte. Und das ist ein wahres Glück, denn produziert werden die Sachs, Puch und Co. schon lange nicht mehr, Originalteile sind rar und entsprechend teuer, ein Original Puch oder Sachs, so es denn zu kaufen ist, koste heute gut und gerne 3000 Franken oder auch einiges mehr. «Ich habe mein erstes Töffli für 50 Franken gekauft», erinnert sich Marcel Kuprecht.
Wäre es nicht an der Zeit, auf einen modernen E-Roller umzusteigen? Betretenes Schweigen. Marcel Kuprecht findet als erster die Worte wieder. «Auf gar keinen Fall! Ein E-Roller, das tun wir uns sicher nicht an!»
Dank für die Treue
Im Zentrum des 10. Töffli-Treffs soll der Dank stehen. «Wir wollen allen danken, die jedes Jahr kommen. Ohne ihre Teilnahme gebe es diesen Treff nicht.» Auch die Helferinnen und Helfer sollen die Jubiläumsausgabe geniessen: «Darum haben wir zum ersten Mal einen Caterer engagiert.»
Ein weiteres Markenzeichen: Die gemeinsame Ausfahrt um 14 Uhr. «Ich bekomme Gänsehaut, wenn ich daran denke», sagt Marcel Kuprecht. Ein ganz spezielles Erlebnis in dieser Masse von Töfflis. Bis sie losfahren, weiss keiner – ausser natürlich dem OK – wohin die Fahrt geht. Dankbar sind sie für Akzeptanz und Verständnis der Dorfbewohner und all jener Verkehrsteilnehmenden, die von der Durchfahrt dieser langen Schlange an Töff lifahrerinnen und -fahrern betroffen sind. Von gewissen Unannehmlichkeiten abgesehen komme die Ausfahrt jeweils gut an. «Es stehen immer viele Leute am Strassenrand und freuen sich mit uns», so Marcel Kuprecht.
Und so wird in Oeschgen auch am 15. August die Luft wieder durchsetzt sein mit diesem unverkennbaren Zweitakt-Gemisch ausgestossen von 150 bis 200 Töff lis und die Chronik wird um ein neues Kapital reicher.
10. Töffli-Treff in Oeschgen.
Samstag, 15. August 2026, Schulhausplatz. Festwirtschaft. – Zur Einstimmung: Freitag, 14. August, Fürobe-Bier.

