Es gibt sie noch, die alten Geräte, die den Bauern die Arbeit erleichterten. So findet man auf dem Zuzger Urmishof noch eine Mähmaschine, die von Pferden gezogen wird und beste Arbeit leistet.
Hans Zemp
Vor rund zwanzig Jahren erstand sich der Zuzger Landwirt Erwin Kalt im ...
Es gibt sie noch, die alten Geräte, die den Bauern die Arbeit erleichterten. So findet man auf dem Zuzger Urmishof noch eine Mähmaschine, die von Pferden gezogen wird und beste Arbeit leistet.
Hans Zemp
Vor rund zwanzig Jahren erstand sich der Zuzger Landwirt Erwin Kalt im Berner Seeland eine Mähmaschine, die von Pferden zu ziehen ist, will man sie zur Arbeit einsetzen. Das Gerät ist nach Auskunft des Besitzers in den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts gebaut worden. Schon die alten Römer kannten Mähhilfen. Die Entwicklung dieser ursprünglichen Mähgeräte blieb allerdings bis ins 19. Jahrhundert auf einem einfachen Entwicklungsstand. Waren anfänglich, also schon im 19. Jahrhundert, die Räder dieser Grasschneider eisenbereift, besitzt der Mäher auf dem Urmis Gummiräder.
Regelmässige Pflege
Die Produktion dieser Mähmaschinen hat man aber vor rund 60 Jahren gestoppt. Neuere Errungenschaften wurden entwickelt und werden heute eingesetzt. Erwin Kalt meint, dass die eisenbereiften Räder bessere Bodenhaftung aufwiesen als diejenigen mit Gummi, weil sie weniger über den Boden schleifen. Dies bringt bei den Mähresultaten gewisse Unterschiede. Gummiräder lösen aber bei trockenen Böden befriedigende Arbeiten aus.
Das rund 60-jährige Mähgerät zeigt sich in einem sehr guten Zustand. Erwin Kalt pflegt es regelmässig und setzt es gelegentlich heute noch zum Mähen ein. Lässt man sich für das Grasmähen Zeit, arbeiten diese alten Geräte mit Bodenantrieb durchaus sparsam. Man bringt den Einschalthebel in die richtige Stellung. So wird durch die Radumdrehung das Schneidwerk in Betrieb gesetzt. Die Tücke dabei sei, dass man das Mähgestell mit Gefühl, also langsam in die richtige Position, bringe. Sonst riskiere man einen Defekt. Man höre aber am Einschaltton, ob der Vorgang professionell oder stümperhaft ausgeführt werde. Einmal eingeschaltet, erhält man gute Mähresultate. Das Aus- und Einkuppeln des Antriebs erfolgt vom Kutschersitz aus. Mit einem langen, rechtsseitigen Hebel lässt sich der Schneidapparat heben und senken.
Freude am alten Handwerk
«Ja, ja, die Maschine bleibt vorläufig sicher noch auf dem Hof», lacht der Eigentümer, der an landwirtschaftlichen Oldtimern Freude hat. So kann er seine beiden Pferde nicht nur für Ausfahrten mit Gästen, sondern auch für landwirtschaftliche Arbeiten einsetzen. «Sie leisten manchen guten Dienst.» Die ganze Wartung der Mähmaschine stehe zwar nicht mehr an erster Stelle, mache aber nach wie vor Freude. Die Freude am Gerät und der gekonnte Umgang damit bleiben bei Erwin Kalt sicher erhalten. «Die Freude am alten Handwerk ist das A und O und mit dem gezeigten Mäher wird die Benzinrechnung trotz Krise im Nahen Osten auch nicht höher», lacht er. Die Nostalgie müsse ihren Wert halt schon noch haben dürfen. Dies gelte für Arbeiten auf dem Hof wie für Hobbyausfahrten mit Gästen auf dem Marathonwagen, auch Freizeitwagen genannt.