In unserer Familie gehört zur Adventszeit, dass wir im Dezember für zwei, drei Tage wegfahren. Dieses Jahr waren wir in Düsseldorf. Freunde besuchen. Einstimmung auf Weihnachten. Tapetenwechsel.
Es hatte wahnsinnig viele Leute in der Stadt. Ich erlebte eine Szene, bei der ...
In unserer Familie gehört zur Adventszeit, dass wir im Dezember für zwei, drei Tage wegfahren. Dieses Jahr waren wir in Düsseldorf. Freunde besuchen. Einstimmung auf Weihnachten. Tapetenwechsel.
Es hatte wahnsinnig viele Leute in der Stadt. Ich erlebte eine Szene, bei der ein Fernsehteam Passanten gefragt hatte: «Was wünschen Sie sich für das kommende Jahr am allermeisten?» Eine Frau in meinem Alter antwortete ganz aufgeregt: «Frieden, Frieden. Ich möchte nur eines: Frieden». Ich überlegte mir, was ich gesagt hätte an ihrer Stelle. Klar, mit ein wenig mehr Zeit und ohne Druck der Aufzeichnung für das Fernsehen dachte ich: «Ich wünsche mir mehr ethische Reflexion auf dieser Welt». Es wäre wünschenswert, die Sicherheit zu erhalten, dass sich Verantwortliche überlegen, welche Folgen ihr Handeln auf die Menschen hat. Verfügen wir selbst über einen verlässlichen ethischen Kompass in uns für unsere eigene Verantwortungsübernahme für die Menschen – und die Natur – in unserer unmittelbaren Umgebung? Fragen, wie «Ist mein Handeln fair und dient es dem Wohl aller Beteiligten?» sind nur zwei davon. Wenden wir diese Art der ethischen Reflexion genügend an? Nachhaltiges Unternehmertum entsteht in erster Linie dort, wo langfristiges Denken kurzfristige Vorteile übertrifft und wo Gewinn nicht das einzige Mass für gutes Handeln ist.
In meiner Rolle als Präsident des Natur- und Vogelschutzes Rheinfelden erlebe ich praktisch täglich, wie sensibel und anfällig unsere natürlichen Lebensräume geworden sind. Jede bauliche Verdichtung, jede Versiegelung, jede Lichtquelle und jede Störung wirken sich auf die Artenvielfalt und die ökologische Balance aus. Der Schutz der Natur ist gewiss kein Luxus, sondern eine Investition in unsere gemeinsame Zukunft und in die Lebensqualität kommender Generationen.
Mein Neujahrswunsch ist deshalb auch Appell: Lassen wir uns Zeit fürs Nachdenken, Dialoge und sorgfältige Abwägung. Treffen wir Entscheidungen, die auch morgen noch Bestand haben und die langfristig wirken.
Ich wünsche Ihnen herzlich alles Gute im neuen Jahr 2026! Mögen Ihre eigenen Wünsche in Erfüllung gehen!
ALBI WUHRMANN, UNTERNEHMER, RHEINFELDEN, PRÄSIDENT DES NATUR- UND VOGELSCHUTZ RHEINFELDEN