Wildwarner sollen in Wegenstetten beim Schutz helfen
Auf den Strassen nimmt der Verkehr stets zu. Darum werden diese Verkehrswege für das Queren für Wildtiere immer mehr zu einer Barriere, zu einer Lebensbedrohung. Der Jagdverein Wegenstetten will nun für die Tiere mehr ...
Wildwarner sollen in Wegenstetten beim Schutz helfen
Auf den Strassen nimmt der Verkehr stets zu. Darum werden diese Verkehrswege für das Queren für Wildtiere immer mehr zu einer Barriere, zu einer Lebensbedrohung. Der Jagdverein Wegenstetten will nun für die Tiere mehr Sicherheit schaffen. Wildwarner sollen dabei unterstützen.
Hans Zemp
Im Jagdrevier Wegenstetten sterben jährlich viele Tiere, die die stark befahrene Wegenstetterstrasse und die Hauptstrasse queren wollen. Im letzten Jahr waren es mehr als 30 Wildtiere, darunter zehn Rehe. Aber auch Fuchs, Dachs und Wildschweine gehören zu den eingesammelten Opfern. Diese Opferzahl lehnt sich an diejenige der Vorjahre an. Dieser Umstand führte beim Jagdverein Wegenstetten zum Beschluss, moderne Wildwarngeräte anzuschaffen.
Jährlich schreibt das AEW einen Wettbewerb für einen Energiebatzen aus. Zu gewinnen gibt es Beiträge bis 5000 Franken (für das Siegerprojekt) an regionale Projekte im Kanton Aargau. Abgestufte Ausschüttungen gehen an die ersten acht Platzierten. Der Jagdverein Wegenstetten entschied, bei diesem Event mit dem Wildschutz mitzutun. Für die Jäger schaute am Ende der zehnte Rang unter den 41 Projekten heraus. Also nichts? Nein, doch etwas. Gespräche führten dazu, dass das Projekt weiterverfolgt werden konnte. Es ist erwiesen, dass solche Wildwarner wirksam sind und man einen Rückgang der Wildunfälle verzeichnen darf.
«Probieren gilt»
Pächter und Wildhüter Stefan Weber sagt: «Es ist eine gute Sache. Probieren gilt.» Die Wegenstetter Jäger sehen in der Jagd eine Dienstleistung. Sie ist also sehr viel mehr als nur schiessen. Während 365 Tagen im Jahr mit allen ihren 24 Stunden sind Einsätze möglich. Unfälle mit Wild lösen oft richtig unschöne Bilder aus. Die schwer verletzten Unfalltiere leben oft bis zu ihrem Tod irgendwo im Gebüsch, wenn sie nicht vorher gefunden werden.
Darum ist es für Automobilisten Pflicht, Unfälle mit Wildtieren unverzüglich der Polizei zu melden.
Diese löst dann die nötigen weiteren Schritte aus. Obmann Martin Willi, er selbst bei der Polizei tätig, sagt deutlich, dass man bei Wildsichtung auf der Strasse bremsen, niemals aber ausweichen soll. Das sei zu gefährlich. Weiter würden Wildtiere oft in Gruppen die Strassen überqueren, was die Unfallgefahr steigere. Wer Unfälle mit Wild nicht melde, mache sich strafbar.
Heute wird darüber diskutiert, ob die Wildwarnung, wie sie in Wegenstetten nun eingerichtet ist, sogar kantonal eingesetzt werden kann. Die Resultate werden jedenfalls zusammengetragen und sollen Grundlage für den Entscheid bilden. Wegenstetten wäre damit ein Testrevier.
So funktionieren die Warngeräte
Sobald Licht, Lärm und Erschütterungen auftreten, geben sie einen Pfeifton ab. In der Nacht auch Licht. Dies hält die Tiere so zurück, dass sie die Strassen vorsichtiger oder nicht überqueren. Die Anlagen sind solarbetrieben.