Mehr Platz für die Tagesstrukturen
29.05.2026 Brennpunkt6,25 Millionen Franken soll das neue Zentrum gegenüber der Schulanlage Wuermatt in Kaisten kosten. Wie gross das Interesse daran ist, zeigte sich an der Informationsveranstaltung vom Mittwochabend.
Susanne Hörth
«Schön, dass trotz der warmen Temperaturen so viele gekommen ...
6,25 Millionen Franken soll das neue Zentrum gegenüber der Schulanlage Wuermatt in Kaisten kosten. Wie gross das Interesse daran ist, zeigte sich an der Informationsveranstaltung vom Mittwochabend.
Susanne Hörth
«Schön, dass trotz der warmen Temperaturen so viele gekommen sind», freute sich Gemeindeammann Oliver Brem. Der Gemeinderat hatte zur Informationsveranstaltung eingeladen, um gemeinsam mit dem Generalunternehmer und dem Architekten vertieft über das wohl wichtigste Traktandum der Gemeindeversammlung vom 12. Juni zu informieren: den Baukredit über 6,25 Millionen Franken für das neue Zentrum für Kinderbetreuung.
Der Bedarf an zusätzlichen Räumlichkeiten für die Tagesstrukturen ist seit Längerem bekannt. Die bestehenden Räume sind bereits heute überlastet. Am 24. Juni 2022 lehnte die Gemeindeversammlung den Kredit für die Planung eines Neubaus an der Schulstrasse 8 und 10 aus verschiedenen Gründen ab. Einerseits störte man sich daran, dass im geplanten Tageszentrum zusätzlich Wohnungen vorgesehen waren. Andererseits wurde gefordert, Reserveflächen zu erhalten.
Im weiteren Vorgehen lud der Gemeinderat die Bevölkerung 2023 zu einer Mitwirkung ein – bestehend aus einer Bevölkerungsumfrage und einem Workshop. Im selben Jahr genehmigte die Gemeindeversammlung einen Planungskredit von 330 000 Franken.
Ein darauf hin von Fachleuten erarbeitetes Vorprojekt mit Grobkosten von über 9 Millionen Franken wurde vom Gemeinderat als zu teuer beurteilt. «Es brauchte eine Verzichtsplanung», erklärte Oliver Brem am Mittwochabend. Mit einem Kostendach von maximal 6,5 Millionen Franken soll das künftige Tageszentrum über rund 260 Quadratmeter für Tagesstrukturen (inklusive etwa 39 Quadratmeter Gastroküche), rund 195 Quadratmeter für die Spielgruppe, rund 140 Quadratmeter für die Bibliothek, rund 150 Quadratmeter für die Kindertagesstätte sowie Lager- und Technikräume verfügen.
Sechs Planerteams bewarben sich für das ausgeschriebene Verfahren.
Das Projekt der DM Bau AG überzeugte die Jury am meisten. Hans-Georg Hettich, Senior Advisor, und Architekt Steffen Krienke stellten das Unternehmen sowie den geplanten Bau persönlich vor. Ebenfalls anwesend war André Wenzinger von der Landis AG, der vom Gemeinderat als Bauherrenvertreter eingesetzt wurde.
Zwei verbundene Holzgebäude
Architekt Steffen Krienke erläuterte den in Holzbauweise geplanten Neubau: «Es sind eigentlich zwei Gebäude – ein dreigeschossiges und ein zweigeschossiges –, die über einen gemeinsamen Eingangsbereich miteinander verbunden sind.» Für Spielgruppe und Kita – für Letztere gebe es laut Gemeinderätin Manuela Merkofer bereits eine Interessentin – sind separate Aussen-Spielbereiche vorgesehen. Für die privat geführte Kita rechnet die Gemeinde mit jährlichen Mieteinnahmen von rund 30 000 Franken. Tagesstrukturen und Spielgruppe bleiben in Gemeindeverantwortung.
Ein Votant äusserte Bedenken hinsichtlich des zunehmenden Verkehrs rund um die Schule. Schon heute sei das Areal durch Elterntaxis stark belastet. Der Gemeinderat sei sich dieser Problematik bewusst, so Merkofer: «Wir wollen die Eltern wieder vermehrt sensibilisieren.» Der Mittagstisch werde künftig für 80 bis 100 Kinder ausgelegt sein; aktuell nutzen ihn 67 Mädchen und Buben, ging sie auf eine entsprechende Nachfrage ein. Auf die Frage, ob angesichts steigender Kinderzahlen bereits über eine Erweiterung des Neubaus nachgedacht werde, verneinte sie.
Eine Teilnehmerin wollte wissen, ob das Gebäude auch mehrfach genutzt werden könne, etwa für die ältere Bevölkerung. Dies müsse man genauer prüfen, lautete die Antwort. Eine weitere Frau sorgte sich um die Auswirkungen auf die unmittelbare Nachbarschaft. Schon heute seien Lärm und Abfall – insbesondere durch Jugendliche – abends und an Wochenenden ein Thema. Der Gemeinderat sei sich dessen bewusst und befasse sich damit. Durch das Tageszentrum werde diese Problematik jedoch nicht verstärkt.
Was nach dem Auszug der Spielgruppe mit dem ehemaligen Schulhaus Stalden im Ortsteil Ittenthal geschehen soll, werde im Rahmen der Liegenschaftsstrategie geprüft, erklärte Merkofer. Sie betonte zudem, dass bei einer Ablehnung des Baukredits das Tageszentrum nicht realisiert werden könne. Bis nach einer neuen Planung eine Umsetzung in zwei bis drei Jahren möglich wäre, bräuchte es für die überlasteten Tagesstrukturen provisorische Lösungen – die wiederum Kosten verursachen würden.
«Ich finde es gut, dass etwas gemacht wird. Es ist ein schönes Projekt», sagte ein Anwesender. Er sprach damit sicher dem Gemeinderat aus der Seele. Dieser ist vom Tageszentrum als ein zukunftsgerichtetes Vorhaben überzeugt.

