Mehr als nur ein Riesenklotz

  22.01.2026 Stein

Spatenstich für das neue Parkhaus im Getec Park.Stein

Auf dem Areal vor der Novartis entsteht in rund einjähriger Bauzeit ein Parkhaus, das 1053 Autos Platz bietet. Am vergangenen Donnerstag lud die Grundeigentümerin, die Getec Park.Stein AG, zum Spatenstich.

Sonja Fasler

Dem Unternehmen gehören die Immobilien des in Stein gelegenen Life-Science-Parks, wo das Pharmau nterneh men Novartis grösste Mieterin ist, und aktuell rund 2500 Personen arbeiten. Heute werde ein zu grosser Teil der Flächen für Parkplätze verschwendet, führte Stephan Buser, Standortleiter von Getec Park.Stein, aus. Mit dem Parkhaus gelinge es, diese an einem Ort zu konzentrieren und damit Flächen zu gewinnen – auch für die Gemeinde Stein, um Wohnraum zu schaffen.

Über 200 zusätzliche Parkplätze
Das siebenstöckige Parkhaus mit 13 Parkebenen wird die über 500 Stellplätze im Breitenloh (neben der Migros) sowie um die 300 weitere, auf dem Areal verteilte Freif lächen-Parkplätze ersetzen, womit unter dem Strich etwa zusätzliche 200 Parkplätze entstehen. Der Parkplatz parallel zur Schönaustrasse mit knapp 300 Plätzen bleibt bestehen.
«Kann ein solcher Riesenklotz nachhaltig und ökologisch sein?», fragte Stephan Buser und lieferte die Antwort mit einem klaren «Ja» gleich selbst. Das neue Parkhaus werde mit vorgefertigten Betonelementen in nur zwölfmonatiger Bauzeit erstellt, wie Martin Ammann von der auf Parkhaus-Systeme spezialisierten Firma Goldbeck Rhomberg ausführte. Die Bauweise spare gegenüber der herkömmlichen 22 Prozent CO2 ein.

Auf dem extensiv begrünten Dach und an der Fassade des Parkhauses entsteht eine Photovoltaikanlage mit über 750 Kilowatt Spitzenleistung. Sie deckt den gesamten Strombedarf des Gebäudes und speist Überschüsse in das Netz des Industrieparks ein, was das öffentliche Stromnetz entlasten soll. Im Parkhaus sind über 50 Ladestationen für E-Autos vorgesehen – mit Ausbauoption je nach Bedarf. Damit es zu keinem „Gerangel“ kommt, soll eine automatisierte Parkabfertigung den Verkehrsfluss zu Spitzenzeiten verbessern. Während das Parkhaus unter der Woche den Mitarbeitenden des Getec-Areals vorbehalten ist, soll es am Wochenende auch der Öffentlichkeit gegen eine Gebühr zur Verfügung stehen.

Ein erster Schritt
«Wir haben eine Vision für dieses Areal», führte Urs Zimmerli, CEO von Getec Schweiz, aus. Das Parkhaus sei ein erster Schritt dazu. Seit der Übernahme des Life-Science-Parks im Jahr 2023 investiert Getec Schweiz kontinuierlich in den Standort. Das Parkhaus ist Teil eines umfassenden Mobilitätskonzepts, mit dem die Anreise der Mitarbeitenden sicherer und nachhaltiger gestaltet werden soll. Dazu gehört auch die Förderung des Veloverkehrs durch kostenlose Ladestationen für E-Bikes und überdachte Abstellplätze.

Ebenso unterstützt Getec das Vorhaben der Behörden, die Buslinien 133 und 143 im 15-Minuten-Takt mit der Bahn zu verknüpfen. Eine positive Auswirkung wird auch in Bezug auf das Verkehrsaufkommen erwartet.

Wichtiger Beitrag zur Standortqualität von Stein
Gemeindeammann Beat Käser zeigte sich sehr erfreut darüber, dass es mit dem Bau des Parkhauses losgehe. Getec Park.Stein bezeuge damit sein Vertrauen in den Standort. Der Bau sei ein wichtiger Schritt für dessen Weiterentwicklung und trage zu einer besseren Organisation des Parkierungswesens bei. Weil der Parkplatz Breitenloh komplett aufgegeben werde, könnten dort Wohnbauten entstehen. «Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Standortqualität von Stein», sagte Käser und betonte, dass die Gemeinde Unternehmungen schätze, die langfristig planten und Verantwortung für ihre Infrastruktur übernähmen.
In der näheren Zukunft gebe es in Stein diverse Baustellen, machte der Gemeindeammann deutlich und vermittelte einen kurzen Überblick. Der Bau der Überdachung des Saalbauplatzes sowie des Entsorgungsplatzes beim Werkhof stehen an. Im Frühjahr ist der Baubeginn für die kantonale Mittelschule vorgesehen, und diverse Strassen werden saniert. In der Münchwiler- und der Rütistrasse wird eine Tempo-30-Zone geprüft, um den motorisierten Individualverkehr zu verbessern. Die Planung des Wasserversorgungs-Ausbaus am neuen Standort Hardwald sowie des Gebiets Breitenloh für Wohnbauten sind ebenfalls im Gange.
Die Änderung der BNO, die in der letzten Gemeindeversammlung angenommen wurde, ist inzwischen rechtskräftig, womit nun der Gestaltungsplan für das Breitenloh-Areal ausgearbeitet werden kann. Nach Bewilligung eines entsprechenden Baugesuchs könnte also bereits nach der Aufhebung der Parkplätze im kommenden Jahr mit dem Bau begonnen werden.


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