«Maria hilf»
26.04.2026 FokusZahlreiche Lourdes-Grotten laden im Fricktal zum Innehalten ein
Seit über 160 Jahren pilgern Menschen aus aller Welt zum Marienwallfahrtsort Lourdes in den französischen Pyrenäen. Das Marienwunder von 1858 hat es seit Anbeginn dem katholischen Fricktal angetan. Aber nicht ...
Zahlreiche Lourdes-Grotten laden im Fricktal zum Innehalten ein
Seit über 160 Jahren pilgern Menschen aus aller Welt zum Marienwallfahrtsort Lourdes in den französischen Pyrenäen. Das Marienwunder von 1858 hat es seit Anbeginn dem katholischen Fricktal angetan. Aber nicht allen Menschen war die Wallfahrtsreise möglich. Zahlreiche Gotten und Kapellen entstanden als Nachbauten. Elf sind es im Fricktal.
Petra Schumacher
Im Hintergrund ist das Plätschern vom Bächli zu hören, der gerade der Quelle entspringt. Vögel zwitschern und zahlreiche Holzbänke laden zum Verweilen ein. Von dort aus ist der Blick auf eine efeuumrahmte Tuffsteingrotte gerichtet, in der erhöht eine Marienstatue steht. Seitlich davor kniet eine weitere Frauenfigur, umgeben von Kerzen und Blumenschmuck. «Maria hilf» steht auf dem Schild über der Grotte. Wir sind an der Wittnauer Lourdes-Grotte. Die Idylle tut gut, merklich kehrt Ruhe ein und der Ort schenkt Zuversicht.
Die Lourdes-Historie
Quellen besagen, das am 11. Februar 1858 die junge Frau Bernadette Soubirous in Massabielle, am Ufer des Flusses Gave, Maria in einem weissen Kleid in einer Grotte sah. Weitere 17 Mal soll es diese Begegnung geben haben. Verschiedene Botschaften und Zeichen übermittelte Maria so an Bernadette für die Menschen. Immer mehr Leute begleiteten Bernadette zur Grotte und wurden Zeugen dieser Geschehnisse. Seither pilgern jährlich Millionen von Menschen aus aller Welt zur Grotte in Lourdes.
Lourdes-Grotten im Fricktal
Ignaz Schlienger, Vizepräsident vom Lourdespilgerverein Fricktal, ist in Vorbereitung der aktuellen Lourdes Wallfahrt. Jährlich fahren Ende April um die 1000 Schweizer Pilgernde nach Lourdes. «Heute können wir mit dem Flugzeug oder Reisecars nach Lourdes gehen, das war früher natürlich nicht möglich. Die Anreise war viel beschwerlicher», erklärt Ignaz Schlienger. «Zudem waren die Reisekosten für viele zu hoch und die Landbevölkerung konnte Hof und Vieh nicht allein lassen.» Das Marienwunder hatte es dem katholischen Fricktal aber angetan. So entstanden Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts mitten in der Natur Nachbildungen der Lourdes-Grotte. Gesamthaft gibt es im Aargau 22, die Hälfte davon ist im Fricktal zu finden. Die älteste freistehende Grotte befindet sich in Gansingen, sie wurde 1895 erbaut. Weitere Grotten stehen in Eiken, Hornussen, Kaisten, Sulz, Schupfart, Wegenstetten, Wittnau und Zuzgen. Frick und Mumpf haben Lourdes-Kapellen.
Jede Grotte hat ihre Geschichte
Viele von Privatpersonen errichtete Lourdes-Grotten entstanden aufgrund von Gelübden oder als Dank für eine Heilung von Krankheiten, die unbeschadete Heimkehr aus dem Krieg oder Rettung aus Gefahr. Und jeder Nachbau der Grotte hat einen anderen Charakter. So ist die Chorndlete-Kapelle in Frick aus einem einstigen Bienenhaus entstanden und die Hornusser Grotte mit Kreuzweg gehört zu den schützenswerten historischen Gärten des Kantons Aargau. «Mir gefallen alle Grotten und Kapellen», so Ignaz Schlienger. «Eine besondere Beziehung habe ich aber zur Grotte in Wegenstetten. Ich bin dort aufgewachsen und als kleiner Bub durfte ich dem Onkel bei Verschönerungsarbeiten an der Grotte helfen. Das verbindet einfach.»
Die Verbundenheit mit dem Ort sieht Ignaz Schlienger auch als wichtiges Thema. «Die Grotten stehen allen Menschen offen, die einen Ort der Besinnung, der Hoffnung, des Gebets oder Ruhe suchen. Zur Maiandacht an der Grotte in Wegenstetten am 31. Mai, um 14 Uhr, laden wir alle Interessierten herzlich ein.»







