Magden will die Bauverwaltung zurückholen
22.01.2026 MagdenDas lief anders als erwartet: Magden hat auf 2024 die Bauverwaltung ausgelagert. Während sich im ersten Jahr die Kosten mit 250 000 Franken im budgetierten Rahmen beliefen, stiegen diese 2025 massiv an. Der Trend setzt sich fort: Für 2026 erwartet der Gemeinderat mutmassliche Kosten von 365 000 Franken. Aus diesem Grund will der Gemeinderat nun die Bauverwaltung wieder in den Verwaltungsbetrieb integrieren. Dazu wird am 22. April eine ausserordentliche Gemeindeversammlung durchgeführt. (vzu)
Magden will Bauverwaltung wieder selbst führen
Ausserordentliche Gemeindeversammlung am 22. April
Die Gemeinde Magden hat per 2024 die Bauverwaltung ausgelagert. Weil die Kosten deutlich höher ausfallen, soll der Schritt wieder rückgängig gemacht werden.
Valentin Zumsteg
Das lief anders als erwartet: Nach der Gemeindeversammlung vom 16. Juni 2023 und einem entsprechenden Entscheid im Dezember 2023 hat Magden die Auslagerung der Bauverwaltung in die Wege geleitet. Das Büro Koch + Partner erhielt per 1. Februar 2024 den Auftrag für die Führung der externen Bauverwaltung und die damit verbundenen Aufgaben in Zusammenhang mit der Baugesuchsprüfung.
«Deutlicher Kostenanstieg»
Nach erfolgter Auftragsvergabe lagen die Gesamtkosten der Bauverwaltung Magden im Jahr 2024 bei rund 250 000 Franken; sie entsprachen damit der Prognose respektive dem Budget 2024. «Seit dem Jahr 2025 musste nun ein deutlicher Kostenanstieg verzeichnet werden», hält die Gemeindeverwaltung Magden fest. Die Ursache hierfür sei nicht – wie vielfach vermutet – ein überproportionaler Anstieg der eingereichten Baugesuche oder ein immenser Anstieg der Neubauten.
Als Gründe nennt der Gemeinderat unter anderem zeitintensive Prozesse und komplexe Verfahren (beispielsweise Bauten ohne Baubewilligungen), mangelhafte Qualität der Baugesuche und wiederholt überarbeitete Gesuchsunterlagen oder Planänderungen. Ebenfalls zur Kostensteigerung beigetragen haben wiederholt notwendige Kontrollgänge, Bauabnahmen und Augenscheine sowie erforderliche Vorabklärungen und Vorprüfungen. Die Kosten stiegen dadurch markant und dürften laut Gemeinderat für 2026 bei rund 365 000 Franken liegen. Der Trend hält also an.
Wie an der Einwohnergemeindeversammlung vom 3. Dezember 2025 präsentiert wurde, sucht der Gemeinderat nach Möglichkeiten, die jährlich wiederkehrenden Kosten zu reduzieren. Jetzt ist er fündig geworden. «Aufgrund der Kostenentwicklung beschloss der Gemeinderat die Reintegration der Bauverwaltung als Fachbereich der Abteilung Bau, Planung und Umwelt, welche ihrerseits weiterhin die Verantwortung im Bereich der Projektbegleitung und Bauherrenvertretung wahrnehmen sowie die angeschlossenen Fachbereiche führen wird.»
165 000 Franken einsparen
Mit der Massnahme könne der ordentliche Bauverwaltungsaufwand ab dem Jahr 2027 auf 200 000 Franken (exklusiv Beizug externer Fachunterstützung) reduziert werden. «Die Integration ist von zentraler Bedeutung, um die bestehenden Schnittstellenprobleme zu beseitigen. Diese beeinträchtigen nicht nur die Prozesseffizienz, sondern auch die Qualität und Verlässlichkeit des Service public.» Mit der Integration werde diese Schwachstelle nachhaltig behoben und gleichzeitig eine Verbesserung der Dienstleistungserbringung vor Ort erreicht. Darüber hinaus werden – so der Gemeinderat – Kosteneinsparungen von 165 000 Franken ermöglicht.
Da im Budget 2026 keine Integration der Bauverwaltung im Stellenplan berücksichtigt ist, wird für die Veränderung ein Zusatzkredit zum Budget 2026 und somit eine Beschlussfassung durch die Gemeindeversammlung notwendig. Am 22. April soll deshalb eine ausserordentliche Einwohnergemeinde-Versammlung durchgeführt werden. Nach Rechtskraft des positiven Versammlungsbeschlusses werde danach das Auftragsverhältnis mit dem Büro Koch + Partner per 31. Dezember 2026 gekündigt.

