Es gibt viel zu tun – unter anderen Umständen
28.02.2026 MagdenEs gibt viel zu tun – unter anderen Umständen
Der Gemeinderat Magden formuliert seine Ziele
Finanziell war Magden lange Zeit auf Rosen gebettet. Die Ziele der neuen Legislatur erscheinen mitunter im Lichte der veränderten Umstände.
...Es gibt viel zu tun – unter anderen Umständen
Der Gemeinderat Magden formuliert seine Ziele
Finanziell war Magden lange Zeit auf Rosen gebettet. Die Ziele der neuen Legislatur erscheinen mitunter im Lichte der veränderten Umstände.
Ronny Wittenwiler
Apropos auf Rosen gebettet: Einen ganzen Strauss an Absichtserklärungen liefert jetzt der Gemeinderat. Sie beinhalten die Ziele der laufenden Amtsperiode 2026/2029. Ein zentrales Thema sind wenig überraschend die Gemeindefinanzen. Im November wurde bekannt, dass der Gemeinderat für das Jahr 2026 einen Finanzierungsfehlbetrag von 1,735 Millionen Franken budgetiere (die NFZ berichtete). Die Gemeindeversammlung hiess kurz darauf das Budget gut, am Steuerfuss von unverändert 95 Prozent wurde (noch) nicht gerüttelt. Doch unterstreicht nun der Gemeinderat im Papier zu den Legislatur-Zielen den Handlungsbedarf: «Dem Gemeinderat ist es ein zentrales Anliegen, die laufende Rechnung wie auch die Investitionen langfristig wieder durch die Selbstfinanzierung zu sichern – durch wirksame Kostensenkungen, eine sorgfältige Priorisierung von Projekten sowie nötigenfalls auch durch eine moderate Steuererhöhung.» Moderat – eine Zahl wird keine genannt, allerdings gab Finanz-Gemeinderat Patrick Heilmann im November zu bedenken, dass eine Erhöhung (ab 2027) um ein oder zwei Prozente voraussichtlich nicht genügen werde, mindestens fünf Prozent müssten wahrscheinlich ins Auge gefasst werden.
Umgang mit den Gemeindeliegenschaften
Gleichzeitig bekennt sich der Gemeinderat zur Weiterentwicklung wichtiger Projekte. In der laufenden Periode sollen so Bauvorhaben wie die Unterbringung des Naturund Bewegungskindergartens, die Sanierung des Gemeindesaals sowie die Nutzung weiterer Areale – etwa beim alten Werkhofareal oder an der Wintersingerstrasse 38 – umgesetzt werden. Der Gemeinderat spricht von einem «verantwortungsvollen Umgang mit den Gemeindeliegenschaften».
Auch Projekte bezüglich Versorgungssicherheit stehen auf der Agenda – unter anderem der Ersatz des Reservoirs Galgen, die schrittweise Umsetzung von GEP (Genereller Entwässerungsplan) und PWI (Periodische Wiederinstandstellung von Flurwegen und Drainagen). In der Mitteilung erklärt der Gemeinderat: «Mit diesen Massnahmen sowie der punktuellen Erneuerung von Werkleitungen können Wasser- und Abwassersysteme sowie die Strasseninfrastrukturen langfristig modern und zuverlässig erhalten werden. Unter Berücksichtigung der Investition (GEP) ist auch die vorgängige Überprüfung der Wasserpreise angezeigt.» Letzteres kommt nicht unerwartet. Hierzu gab Gemeinderat Bruno Blind gegenüber der NFZ zu Protokoll, dass die Exekutive voraussichtlich noch im Jahr 2026 ein neues Wasserreglement mit höheren Wassergebühren präsentieren werde.
Ein Altersleitbild für Magden
Den gesamten Katalog an Zielen für die Legislatur 2026/2029 hat die Gemeinde Magden auf ihrer Webseite veröffentlicht. «Einsparpotenziale» und «Kostenbewusstsein» sind Begriffe, die dabei fallen – nicht ohne aber den Gestaltungswillen zu untermauern. «Mit der Erarbeitung eines räumlichen Entwicklungsleitbilds sollen die planerischen Grundlagen geschaffen werden, damit die Gesamtrevision der Nutzungsplanung im Jahr 2030 in Angriff genommen werden kann», heisst es etwa; genauso stellt der Gemeinderat die Erarbeitung eines Altersleitbildes in Aussicht, das die zukünftigen Bedürfnisse älterer Menschen berücksichtige – «von altersgerechten Wohnformen über mögliche Pflegeangebote bis hin zu einer weiterhin gut funktionierenden Spitex.» Um die Versorgungsstruktur auch künftig sicherzustellen, solle die heutige Spitex (Magden /Olsberg/ Maisprach) in eine Aktiengesellschaft überführt werden, an der die Gemeinden beteiligt würden.
«Handlungsfreiheit wiederherstellen»
Apropos Spitex: Lange Zeit war die Gemeinde Magden finanziell kerngesund. Das nun veröffentlichte Papier offenbart, dass Massnahmen nötig sind, um möglichst wieder zurück in die Spur zu gelangen. Das klingt dann so: «Die Gemeinde setzt sich in den kommenden Jahren zum Ziel, die finanzielle Stabilität beziehungsweise Handlungsfreiheit wiederherzustellen.» Es gibt viel zu tun – unter anderen Umständen als noch in den rosigen Jahren zuvor.
Die vom Gemeinderat Magden formulierten Legislatur-Ziele der Amtsperiode 2026/2029 sind im Internet einsehbar. www.magden.ch/aktuellesinformationen

