Ältestes Liebespaar der Schweiz in Frick entdeckt
10.01.2026 BrennpunktDie offizielle paläontologische Grabungskampagne in den Fricker Triasschichten war auch im Jahr 2025 ein voller Erfolg, freut sich Andrea Oettl, Leiterin des Fricker Sauriermuseums. «Bereits im einundzwanzigsten Jahr in Folge konnten dank der finanziellen Unterstützung durch den Swisslos-Fonds sowie dem engagierten Einsatz erfahrener freiwilliger Helfer zahlreiche bedeutende Fossilien auf dem Privatgelände der Tonwerke Keller geborgen werden.»
Insgesamt wurden in drei Fundstellen Knochen gefunden, freigelegt, dokumentiert und geborgen. In einer Mitteilung zu den Grabungen führt Andrea Oettl aus: «Die erste enthielt einen zerfallenen, aber bemerkenswert gut erhaltenen und zu 75 Prozent vollständigen Plateosaurier. In der zweiten gegrabenen Linse kamen Überreste von zwei Plateosauriern unterschiedlicher Grösse zu Tage.»
«Romeo und Julia»
Das besondere Highlight der diesjährigen Kampagne jedoch stellte die dritte Fundstelle dar. In einer etwa fünf mal sechs Meter grossen Linse entdeckte das Grabungsteam zwei vollständig erhaltene, nebeneinanderliegende Plateosaurier.
«Romeo und Julia» – so der Projektname – werden in den kommenden Jahren präpariert. «Einzelne Gipspakete mit den versteinerten Knochen sind in der Saurierhalle ausgestellt und können dort während der laufenden Bearbeitung besichtigt werden», so die Museumsleiterin. Ein weiterer wissenschaftlicher Höhepunkt dieser Fundstelle sei die Entdeckung zahlreicher kleiner Brückenechsen-Verwandten sowie mehrerer Flugsaurier gewesen, welche in unmittelbarer Nähe des Plateosaurier-Paares gefunden wurden. Auch diese sehr kleinen Skelette konnten vollständig geborgen werden.
Um die feinen Knochen nicht zu beschädigen und doch optimal untersuchen zu können, werden sie in den kommenden Jahren an der Universität Zürich mittels CT-Scan detailliert analysiert. Insbesondere Flugsaurierfunde aus der Trias sind äusserst bedeutsam, da weltweit aus dieser frühen Zeit erst wenige Exemplare nachgewiesen sind. Für die Wissenschaft stellen diese Funde daher eine grosse Seltenheit dar und unterstreichen einmal mehr die herausragende Bedeutung der Fundstelle Frick. (mgt)


