Ein Zeitzeuge erinnert sich an die Auftritte der Jeisi Migger in Rheinfelden, von denen noch Fotos existieren. Die älteste Guggenmusik Basels wurde 1926 gegründet.
Boris Burkhardt
Mit dem Gründungsjahr 1926 sind die Jeisi Migger aus Basel die älteste ...
Ein Zeitzeuge erinnert sich an die Auftritte der Jeisi Migger in Rheinfelden, von denen noch Fotos existieren. Die älteste Guggenmusik Basels wurde 1926 gegründet.
Boris Burkhardt
Mit dem Gründungsjahr 1926 sind die Jeisi Migger aus Basel die älteste existierende Guggenmusik der Welt und feiern dieses Jahr ihren 100. Geburtstag. Ihr Gründer, der Basler Pfyffer und Gastwirt Emil «Migger» Jeisi, prägte sie mit seiner Verkleidung mit Zylinder, Frack und falschem Bart. In jener Zeit waren Larven noch keine Pflicht an der Basler Fasnacht. Er starb 1953; die Guggenmusik kämpfte danach mit einem Tiefpunkt von einem Dutzend Musikern in den Sechzigern ums Überleben, bevor sie sich erholte.
Seit vielen Jahrzehnten treten die Jeisi Migger nur noch einmal im Jahr auf: am Basler «Fasnachtszyschtig» um 16 Uhr auf dem Andreasplatz. In den Fünfzigern pflegten sie jedoch noch, für die «Generalprobe» vor der Basler Fasnacht am «Schmutzige Dunnschtig» beziehungsweise Dritte Faisse «aufs Land» zu fahren. Gilbert Oberson, Chronist der Jeisi Migger, weiss, dass diese Ausflüge oft nach Rheinfelden führten. Dies verriet ihm das ehemalige Mitglied Hans Geissbühler, den Oberson noch vor dessen Tod 2022 interviewte. Geissbühler spielte seit 1956 bei den Jeisi Migger einen Kontrabass (auf dem Bild unten links) und tat das mit 93 Jahren noch im Jahr 2022, bevor er im September verstarb. Ausserdem ist auf dem Bild ein Akkordeon zu sehen, ein weiteres für eine Guggenmusik ungewöhnliches Instrument, das die Jeisi Migger seit der Gründung begleitet. Das Bild stammt aus einem Fotoalbum eines ebenfalls verstorbenen Mitglieds; Geissbühler identifizierte den Aufnahmeort laut Oberson eindeutig als Rheinfelden. Die Jeisi Migger hatten es damals offensichtlich faustdick hinter den Ohren und beglückten die Rheinfelder nicht nur mit ihren schrägen, jazzigen Klängen, sondern besorgten sich das Essen auch ungefragt von den Rheinfeldern. Geissbühler berichtete laut Oberson, die Guggenmusiker hätten den «Bäcker beim Obertor», wahrscheinlich die Bäckerei Zbinden, besucht: «Bei dieser Gelegenheit klauten einige aus dem privaten Kühlschrank des Gastgebers ein Poulet, welches bei dem nachfolgenden Beizenbesuch in der Nähe dem Koch übergeben und anschliessend verzehrt wurde.»