Lebers letzte «Blockbuster»-Übung
27.10.2026 RheinfeldenSpektakuläre Schlussübung der Feuerwehr Rheinfelden
Anlässlich ihrer Schlussübung vom Samstagnachmittag zeigte die Feuerwehr Rheinfelden der Bevölkerung einen Auszug ihres Könnens. Demonstriert wurden Rettungen im Wasser, aus der Luft und auf dem Land.
Janine Tschopp
...Spektakuläre Schlussübung der Feuerwehr Rheinfelden
Anlässlich ihrer Schlussübung vom Samstagnachmittag zeigte die Feuerwehr Rheinfelden der Bevölkerung einen Auszug ihres Könnens. Demonstriert wurden Rettungen im Wasser, aus der Luft und auf dem Land.
Janine Tschopp
«Ich habe die Freigabe für die totale Zerstörung gegeben», richtete der Rheinfelder Feuerwehrkommandant Marc Leber das Wort an das Publikum, während er einige Handgriffe seiner Crew moderierte. Am Samstagnachmittag kamen viele Interessierte an die Schifflände, um der Schlussübung der Feuerwehr Rheinfelden beizuwohnen. Und sie bekamen viel zu sehen.
«The Final Countdown»
Das Konzept für die Schlussübung 2026 stellte Marc Leber unter das Motto des gleichnamigen amerikanischen Science-Fiction-Films «The Final Countdown». In Lebers Regieplan hiess es unter anderem: «14.15 Uhr Alarmauslösung, die ‹Grossmutter› kommt, sieht den ‹Weltuntergang›. Dann der Zeitsprung und die Aufforderung an die Feuerwehr 2026.» Schon der Beginn der diesjährigen Schlussübung war spektakulär. Die «Grossmutter» ist das Tanklösch-Fahrzeug aus dem Jahr 1938, das vor kurzem revidiert wurde. Auch die Uniformen und Helme der Feuerwehrleute, welche in der «Grossmutter» am Einsatzort erschienen, stammen aus jener Zeit.
Wasser, Land und Luft
Bei den Einsatzschwerpunkten wurden die Elemente Wasser, Land und Luft berücksichtigt. So gab es eine Rettung mit dem Boot aus dem Rhein, und eine Person wurde aus der Luft vom Rheinbord gerettet. Zudem wurde ein Fahrzeugbrand gelöscht und ein Figurant wurde aus einem Auto befreit. Aus einem verunfallten Fahrzeug wurde ebenfalls jemand befreit und weitere Personen wurden aus dem Obergeschoss des roten Hauses gerettet, nachdem sich dort nach einem Brand viel Rauch entwickelt hatte.
«Es war eine der aufwändigeren Übungen», sagte Marc Leber am Folgetag zur NFZ. Er freute sich, mit der Schlussübung «ein Signal gegen aussen» gesetzt zu haben.
Im Landeanflug
Für Marc Leber war es nach 35 Jahren, davon acht Jahre als Kommandant, die letzte grosse Schlussübung, die er selber organisiert hatte. «Ich bin im Landeanflug», meinte er gegenüber der NFZ. So ist 2027 sein letztes Feuerwehrjahr. Und in seinem letzten Amtsjahr wird es nicht mehr er sein, der die Schlussübung organisiert. Für ihn ist es der richtige Moment aufzuhören, trotzdem meint er: «Es wird hart. Ich geniesse es jetzt noch voll.»
So genoss er auch den Schlussabend im Feuerwehrmagazin, bei welchem der Kommandant eine eindrückliche Rede hielt. Unter anderem ging er darauf ein, dass alle Feuerwehrleute, die 365 Tage im Jahr während 24 Stunden für die Bevölkerung präsent sind, auch auf sich selber schauen müssen. «Wir müssen mit unseren persönlichen Ressourcen haushälterisch umgehen.» Gerade in einer Zeit, in welcher sich die Welt immer schneller drehe und es auch Menschen gebe, die zusammenbrechen und sich eingestehen müssten, keine Maschinen zu sein.
Er ging auch auf den vergangenen Sommer ein, der – so hat er es in seiner Rede formuliert – unmissverständlich aufzeigte, dass der Mensch die Welt zerstört und Natur und Umwelt aus dem Gleichgewicht gebracht hat. «Dafür zahlen wir nun. Und der Preis ist für uns, aber vor allem auf für unsere Kinder hoch, sehr hoch.»
Marc Leber verabschiedete zudem Daniela Uebelhart. Sie trat der Feuerwehr Rheinfelden 1996 bei, wurde 2000 zur Gruppenführerin und 2002 zur Wachtmeisterin befördert. Ein Jahr später wurde sie Feldweibelin und ab 1. Januar 2011 Adjutantin. Zu jenem Zeitpunkt erfolgte auch die Übernahme des Sekretariats.
So schloss die Feuerwehr Rheinfelden das Feuerwehrjahr 2026 am vergangenen Samstag mit einer fulminanten Schlussübung und einem eindrücklichen Galaabend ab. Für Marc Leber wird das kommende Feuerwehrjahr 2027 ein ganz spezielles sein.


