Die 22-jährige Sulzerin legte den Grundstein für die Goldmedaille 15 Kilometer vor dem Ziel. Im einzigen längeren Aufstieg des 60 Kilometer langen Rennens löste sie sich von der Gruppe und rettete einen knappen Vorsprung ins Ziel.
Simone Rufli
«Nein», sagt Lea Huber, als ihr ...
Die 22-jährige Sulzerin legte den Grundstein für die Goldmedaille 15 Kilometer vor dem Ziel. Im einzigen längeren Aufstieg des 60 Kilometer langen Rennens löste sie sich von der Gruppe und rettete einen knappen Vorsprung ins Ziel.
Simone Rufli
«Nein», sagt Lea Huber, als ihr die NFZ diese Woche zum Gewinn der Goldmedaille gratuliert. «Ich habe mich nicht als Favoritin gesehen. Ich dachte, wenn es gut läuft, fahre ich vielleicht aufs Podest.» Am Start eine starke Frauen-Gruppe, darunter viele Bikerinnen, die im Weltcup stark gefahren sind, die Strecke technisch anspruchsvoll und mit vielen Kurven durchsetzt – «es wurde ziemlich taktisch gefahren». Und doch gelang es der Fricktalerin 15 Kilometer vor dem Ziel, sich von der Gruppe abzusetzen. «Ich konnte zusammen mit Nicole Koller wegfahren und am Ende einen knappen Vorsprung ins Ziel retten.» Dies dank einem eindrücklichen Endspurt auf dem letzten Kilometer.
Auch wenn sie in ihrer Karriere schon einige Titel und Medaillen gewinnen konnte, Lea Hubers Freude über den Titelgewinn an dieser ersten Gravel-Schweizermeisterschaft ist gross. «Es ist nicht nur der erste Gravel-Titel überhaupt, es ist auch mein erster Titel bei der Elite. Alle anderen Titel habe ich im Nachwuchs gewonnen. Dazu kommt, dass viele starke Mountainbikerinnen am Start waren, da die Mountainbike-Saison seit Anfang Oktober abgeschlossen ist.» Die Schweizermeisterschaften wurden im Rahmen des Gravel Festivals Bern ausgetragen. Die Strecke führte vom vonRoll-Areal durch den Bremgartenwald bis zum Mäderforst, nach Frauenkappelen und via Wohlensee zurück nach Bern. Auf dem rund 60 Kilometer langen Kurs legten die Athletinnen und Athleten gut 1000 Höhenmeter zurück. Obwohl erst 22, musste Lea Huber bei der Elite starten. «Im Gravel gibt es keine U23.» Die Sportart sei im Kommen, so Huber. «Es ist eine coole Option zwischen Strassenrennen und Mountainbike. Vom Aussehen her ein Rennvelo, aber so robust, dass es fürs Gelände geeignet ist.» Und was steht als nächstes an bei Lea Huber? «Ferien! Ich werde in den nächsten Wochen alles machen, ausser Velo fahren.»
Seit vielen Jahren erfolgreich
Lea Huber wurde bereits im Alter von zwölf Jahren Aargauer-Meisterin im Mountainbike und reiht seither Erfolg an Erfolg. 2019, im Alter von 15 Jahren, konnte sie an den Olympischen Jugendspielen in Baku teilnehmen, qualifizierte sich für die U17-EM und wurde dort zur Europameisterin gekürt. Im August 2021 kehrte sie mit der Bronzemedaille im Gepäck von der U19-EM in Serbien heim. Am ersten August-Wochenende dieses Jahres wurde die Sulzer Profi-Radsportlerin im Tessin vor Heim-Publikum Europameisterin in der Disziplin Mountainbike Short Track. Im Weltcup fährt die Sulzerin für das Schweizer Frauen-Team Nexetis. Europa- und Weltmeisterschaften bestreitet sie für das Nationalteam. Finanziell entschädigt wird die Profi-Sportlerin vom Team und zusätzlich unterstützt durch die Schweizer Sporthilfe. (sir)